Das St. Galler Kunstmuseum widmet sich dem Thema Heimat
In einer neuen Ausstellung stellt sich das Kunstmuseum St. Gallen zusammen mit der Schweizerischen Post der Frage, was Heimat bedeuten kann. Ausgestellt ist primär Schweizer Gegenwartskunst. «Heimatflimmern» gastiert noch bis am 18. Oktober in der Kantonshauptstadt.
«Der Begriff Heimat ist nach wie vor allgegenwärtig und wird erneut vermehrt diskutiert, ist schwer zu fassen, hoch umstritten und doch ungebrochen relevant und aktuell», sagte Laura Feurle vom Kunstmuseum St. Gallen während eines Rundgangs durch die kürzlich eröffnete Ausstellung. Beide Sammlungen, sowohl diejenige des Kunstmuseums St. Gallen als auch diejenige der Post, können gemäss der Sammlungskuratorin mit unterschiedlichen Perspektiven zum Thema Heimat beitragen.
Wie ein roter Faden zieht sich durch die Ausstellung im Untergeschoss des Museums die Frage, was Heimat heute bedeuten kann. «Und welche Perspektiven und Ansätze, wenn nicht gar Antworten, eröffnen eigentlich die Werke unserer Sammlungen auf diese Frage?»
Weil der Begriff sehr unscharf sei und sich fixen Zuschreibungen entziehe, sei die Wortneuschöpfung «Heimatflimmern» entstanden, ergänzte Diana Pavlicek, Kuratorin und Leiterin Fachstelle Kunst bei der Schweizerischen Post. Ausgestellt ist primär Schweizer Gegenwartskunst, aber auch historische Werke und solche von internationalen Künstlerinnen und Künstlern sind zu sehen.
Eine «wütende Arbeit»
Zu Beginn der Ausstellung mit fünf Kapiteln geht es unter dem Titel «Formen der Beheimatung» um grundlegende, «zum Teil sogar existenzielle Dimensionen» von Heimat, heisst es im Ausstellungsbeschrieb. Eine Arbeit von Matthew McCaslin türmt mehrere Bildschirme aufeinander, auf denen ein Raketenstart zu sehen ist. «Das Werk inszeniert eine fragile Ordnung, die sich nur unter bestimmten technischen Bedingungen erhalten lässt und sich ständig aufzulösen droht», so Feurle. Statische Vorstellungen von Heimat würden hinterfragt.
Selbstverständlich finden auch die Berge ihren Platz, so sind unter «(Ent-)Mystifzierung der Berge» unter anderem drei in Öl gemalte Berglandschaften von Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Martha Cunz prominent ausgestellt. Die Werke reihen sich ein in eine ältere Tradition der Alpenmalerei, die insbesondere im 19. Jahrhundert Konjunktur hatte. «Dort spielte die alpine Schweizer Landschaft eine zentrale Rolle bei der Herausbildung einer gemeinsamen Identität der damals ja noch jungen Schweizer Nation», erklärte Feurle.