«Das Siegerprojekt sorgt für Klarheit»
Am Freitagabend wurde ins Kongresszentrum zur Eröffnung der Wettbewerbsausstellung geladen. Das Interesse der Bevölkerung war durchaus vorhanden, und so wohnten rund 30 Personen dem Anlass bei. Dass das Thema «Ortszentrum Dorf» die Menschen bewegt, das entging auch dem Landammann nicht. «Es ist eines der Themen, die derzeit in Davos am meisten verhandelt werden – sei es in der Politik, auf der Strasse oder am Stammtisch», sagte Wilhelm in seiner Ansprache. Denn: «Es ist wohl das grösste Projekt, das Davos je gestemmt hat». Er betonte aber, dass es nicht nur von der Gemeinde, sondern von vier Partnern getragen werde: Mit dazu gehören auch die Rhätische Bahn (RhB), die Davos Klosters Bergbahnen AG (DKB) sowie die Immobiliengenossenschaft Konsum. Zusammen erhalte man nun die Chance, etwas Neues zu gestalten. Die Aufgabe der Wettbewerbsteilnehmenden war gewesen, einen städtebaulichen Entwurf für das Ortszentrum und einen architektonischen Entwurf für den neuen Bahnhof zu entwickeln. «Ein komplexer Auftrag», ergänzte der Landammann.
Bahnhofsumbauten sind für RhB nichts Neues
Vonseiten der RhB vertritt Christian Florin, Leiter Infrastruktur, das Projekt. Am Freitagabend erklärte er nochmals die Gründe, wieso «die kleine Rote» beim Projekt mit dabei ist. «Aufgrund des Behindertengleichstellungsgesetzes müssen wir 40 von 100 Bahnhöfen umbauen. Das Ziel ist aber, dass die Bahnhöfe auch dort sind, wo wir sie brauchen.» Der Bahnhof Dorf sei nun ein gutes Beispiel dafür, wo man etwas realisieren könne, das für kürzere Wege sorge – insbesondere eine bessere Anbindung an die Parsennbahn. Mit solchen Verbesserungen erhöhe sich auch die Motivation der Menschen, auf den ÖV umzusteigen, so Florin.
Ein neues Eingangstor
Nicht nur für die RhB, auch für die DKB sei dies ein sehr grosses Projekt, meinte Vidal Schertenleib. «Der Parsennparkplatz ist heute eine Asphaltbrache. Auch die Situation beim Hotel Montana (dieses gehört auch der DKB, Anm. der Red.) ist verbesserungswürdig. Wir erhalten nun die Chance, ein neues Eingangstor zu schaffen, das auch etwas hergibt», erklärte Schertenleib. Für den Parsennparkplatz sehe man eine touristische Nutzung vor. Der DKB-Verwaltungsrat führte die Stichworte warme Betten sowie bewirtschaftete Wohnungen ins Felde, und auch Hotellerie oder Gastronomie könne man sich dort vorstellen. Doch genauere Pläne bestünden dafür noch nicht, denn für die Areale Parsennparkplatz und Konsum wird später noch ein separater Wettbewerb durchgeführt. Diese zentral gelegenen Parzellen überbauen zu können und so der Forderung nach verdichtetem Bauen entgegenzukommen, darauf freut sich auch Frank Kaufmann, Präsident der Immobiliengenossenschaft Konsum. «Wir werden sicherlich Mietwohnungen erstellen, und keine Eigentumswohnungen bauen», präzisierte er.