Das schwere Geschütz soll aus Chur abziehen
Ein siebenköpfiges Komitee hat in Chur die Volksinitiative «Schutz vor Schiesslärm» eingereicht. Marcel Carigiet, Renata Schneller, Monika Herzig, Daniela Camenisch, Robert Gartmann, Werner Mosimann und Ines Zwick sammeln in den kommenden Monaten Unterschriften für das Initiativbegehren. Sie fordern von der Stadt, dass sie die Betreibung von Schiessanlagen auf Gemeindegebiet regelt, heisst es in einer Publikation im Amtsblatt der Stadt Chur.
Ziel der städtischen Initiative sei nicht die Abschaffung der Armee, schreibt Marcel Carigiet vom Initiativkomitee in einem Leserbrief. «Auch wollen wir das Militär nicht aus Chur weghaben. Darum betonen wir in der Begründung: Die Armee war und ist in Chur stets willkommen. Nur schiessen soll sie anderswo.» Aufgrund der Schiessübungen sei auch der Weg entlang des Rheins nach Felsberg häufig gesperrt, was Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Velofahrer beeinträchtige. Weitere «Opfer» seien das Churer Rheinquartier, das Lürlibad, der Rossboden sowie die Gemeinde Felsberg, heisst es auf der Internetseite des Komitees.
Carigiet macht auch Vorschläge, wo die Armee bessere Standorte für Schiessübungen hat: «Die Armee verfügt in Breil/Brigels, Hinterrhein und S-chanf über drei geeignete Schiessanlagen. Dort sind die Einwohner nicht minder armee- und gastfreundlich. Einen ungünstigeren Ort für einen Waffenplatz als den Rossboden hätten unsere Vorfahren im ganzen Kanton nicht finden können», schreibt Carigiet weiter. «Aber wie konnten sie ahnen, dass die Stadt im Laufe eines Jahrhunderts bis an die Waffenplatzgrenze vordringen und gleichzeitig der grüne Gürtel um Chur immer schmaler würde?»