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Schweiz und Welt

Das sagt die Regierung zur neuen Maskenpflicht

Südostschweiz
16.10.2020, 09:32 Uhr
heute um 11:31 Uhr

Die Corona-Fallzahlen steigen und steigen. Die Verantwortlichen des Kantons haben deshalb neue Massnahmen beschlossen, damit sich das Virus nicht noch weiterverbreitet. Unter anderem gilt ab Samstag im ganzen Kanton Graubünden eine Masketragepflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen und in bestimmten Bereichen der Bildungseinrichtungen.

Die Verantwortlichen des Kantons informierten am Freitagmorgen über die geplanten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Hier könnt Ihr den Livestream nachschauen:

Rudolf Leuthold, Leiter des Bündner Gesundheitsamts, bezog sich an der Medienkonferenz auf das Monitoring der Eventualplanung, das die Regierung im August veröffentlicht hatte. Das zweite darin enthaltene Szenario sei eingetroffen, sagte er. «Wir sind auf einem Niveau, wo wir handeln müssen.» Die Spitäler seien momentan zwar noch nicht wesentlich belastet. «Was nicht ist, kann noch werden.» Die Kapazitäten im Gesundheitswesen würden bekanntlich mit Verzögerung reagieren.

«Wir möchten keinen Polizeistaat auffahren»

Peter Peyer betonte vor den Medien den «Ernst der Lage». Er gab bekannt, dass ab morgen im ganzen Kanton eine Maskentragpflicht in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen für Personen über 12 Jahren gelte. Die Regelung soll vorläufig bis am 15. Dezember gelten. Es brauche nicht nur einen Effort der Regierung, sondern auch der Bevölkerung. Das könne weder der Bundesrat noch eine Kantonsregierung verfügen.

«Wir möchten keinen Polizeistaat auffahren», sagte Peyer auf die Frage einer Journalistin, wie die Maskentragpflicht denn durchgesetzt werde. Gemeinden könnten aber Bussen verteilen, wenn sich jemand nicht an die Verordnung hält. Wird die Maskentragpflicht an einer öffentlichen Veranstaltung nicht eingehalten, wird der Veranstalter gebüsst. Gemäss Verordnung wird das ziemlich teuer: Bis zu 5000 Franken kann eine entsprechende Busse «bei fahrlässiger Tatbegehung» kosten.

Keine neue Regelungen gibt es indes für Privatveranstaltungen. Dort setzt der Kanton auf «gesunden Menschenverstand», Eine Maskenpflicht ist gemäss Peyer nicht vorgesehen. 

Fernunterricht ist momentan keine Option

Der Kanton will den Präsenzunterricht unbedingt beibehalten, wie der zuständige Regierungsrat Jon Domenic Parolini sagte. «Wir wollen die Wiedereinführung des Fernunterrichts in der Volksschule vermeiden.» An öffentlichen und privaten Schulen gelte aber ab morgen für alle Erwachsenen eine Maskentragpflicht – Schülerinnen und Schüler in der Grundschule seien davon ausgenommen. In Berufsschulen muss auf dem gesamten Schulareal eine Maske getragen werden – ausser bei eingehaltenem Abstand in den Schulräumen. Kann der erforderliche Abstand im Unterrichtsraum nicht eingehalten werden, muss auch dort eine Maske getragen werden. «Es handelt sich hierbei um Minimalvorschriften, Bildungsinstitutionen können auch strengere Massnahmen ergreifen», so Parolini.

«Maske tragen ist ein Zeichen des Respekts», sagte Kantonsärztin Marina Jamnicki in ihrem emotionalen Appell an der Medienkonferenz. Damit könne man die Tröpfchen aufhalten und so die Gefahr einer Infektion vermindern. Der Hauptnutzen der Maske sei der Schutz des Gegenübers. Sie würde das Ansteckungsrisiko aber auch für deren Träger minimieren. (jas)

Ab Samstag gilt: Maske auf