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Schweiz und Welt

Das Herzstück von Minschuns ist lahmgelegt

Südostschweiz
23.02.2022, 04:30 Uhr
vor 15 Minuten

von Fadrina Hofmann und Nadja Guetg

Der Skilift Alp da Munt bis Bergstation Minschuns ist wegen eines Getriebeschadens ausser Betrieb. Der Schaden ist gross. «Die Zahnräder im Getriebe sind zum Teil stark beschädigt», informiert Daniel Pitsch, Betriebsleiter der Sportanlagen AG Val Müstair. Verursacht wurde der Schaden vermutlich durch eine vom Lager losgelöste Kugel, die durchs Getriebe hindurchgegangen ist. Der Betrieb des Lifts aus dem Jahr 1976 wurde für diese Wintersaison eingestellt, da aktuell kein geeignetes Ersatzgetriebe verfügbar ist. «Wir haben in ganz Europa gesucht und nichts Passendes gefunden», erzählt Pitsch. Für das Skigebiet hat das Konsequenzen, denn es gibt nur drei Skilifte in Minschuns. «Wir verlieren zwei Drittel des Skigebiets, da der Skilift mit Getriebeschaden der Hauptlift ist, sozusagen das Herzstück», erläutert Pitsch.  

Die Anlage ist zwar versichert, das Problem sind aber die Gäste, die zum Skifahren oder Snowboarden in die Val Müstair gereist sind. «80 Prozent der Gäste haben Verständnis, die anderen 20 Prozent nehmen die Situation sehr tragisch», sagt Pitsch. Im Moment sind vor allem Zürcher und Basler Gäste im Tal. Mit der Skischule konnte immerhin ein Alternativprogramm aufgebaut werden. Unter anderem können die Kinder eine neue Wintersportart lernen. Zuerst hat man noch versucht, einen Transport mit Pistenfahrzeugen zu organisieren, aber das gestaltete sich logistisch als schwierig, weil auf diesem Lift täglich rund 2500 Personen fahren. Auf einem Pistenfahrzeug haben maximal 20 Personen Platz. 

«Wir werden auch das stemmen»

Aktuell werden für Minschuns nur Tageskarten verkauft, die 60 Prozent reduziert sind. Das Restaurant bleibt offen. Im Skigebiet befinden sich auch noch die Langlaufloipe und ein Teil des Höhenwegs. Die Skipisten zur Bergstation Minschuns sowie die Piste in Vallatscha sind als Aufstiegsrouten für Skitourenfahrer freigegeben. Der Betrieb des Wintersportgebiets Minschuns ist bis 13. März gewährleistet. Danach ist eine Neubeurteilung der Situation erforderlich. 

Nächste Woche wird zunächst einmal ein Spezialist vor Ort sämtliche Möglichkeiten evaluieren. Das Ziel ist, im Herbst einen revidierten Skilift zur Verfügung zu haben. «Wir haben zwei Winter mit sehr wenig Schnee überstanden, wir haben Corona überstanden, wir werden auch das stemmen können», meint Pitsch. Jetzt wäre es allerdings wichtig, dass das Projekt La Sassa realisiert werden kann, um eine gewisse Sicherheit für die Zukunft zu erhalten. Das Projekt basiert auf drei Pfeilern: einem Ferienresort in Tschierv, der Anbindung ans Skigebiet Minschuns mit der Gondelbahn sowie der Beschneiung der Talabfahrt und deren Wasserversorgung.