Das Glarner Bettagsmandat 2019
Der vom Menschen verstärkte Treibhauseffekt führt zur Erderwärmung. Diese lässt sich nicht mit natürlichen Klimaschwankungen erklären. Die Folgen: Es steigen nicht nur die Temperaturen, auch die globale Schnee- und Eismasse schrumpft. In der Schweiz und eben auch im Kanton Glarus schwinden die Gletscher. Permafrostböden tauen auf, was zu vermehrten Murgängen und Steinschlägen führt.
Im August 2018 setzt sich die Schülerin Greta Thunberg vor den schwedischen Reichstag und beginnt einen Schulstreik. Dieser Streik einer einzelnen Schülerin entwickelt sich zu einer weltweiten Bewegung. Im Kanton Glarus werden Unterschriften für eine Klima-Landsgemeinde gesammelt, parlamentarische Vorstösse eingereicht.
Eine Wirkung hat die Debatte allemal. Welche, ist offen. Die Forderungen sind zahllos. Offenkundig ist, dass für die Jugendlichen – die Treiber der Bewegung – nicht allein die Zukunft des Planeten im Fokus steht. Sie ärgern sich über die Masslosigkeit in verschiedenen Lebensbereichen und wollen nicht länger hinnehmen, dass die älteren Generationen auf ihre Kosten leben. Dies thematisieren sie geschickt im Kontext des Klimawandels. Der Dank-, Buss- und Bettag bietet Gelegenheit, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Adressiert sind die Forderungen hauptsächlich an die Politik. Der Fächer reicht von ambitionierten Zielen zur Reduktion von Treibhausgasen über Lenkungsabgaben und neue Steuern bis hin zu Verboten. Zu kurz kommt hingegen das Besinnen auf die Eigenverantwortung, das Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens. Ökologische Massnahmen können zudem nur dann nachhaltig sein, wenn sie auch sozial und wirtschaftlich vertretbar sind. So wirken sie, so lassen sie sich finanzieren, so werden sie akzeptiert und so generationengerecht.
Die Basis für mehr Klimaschutz bildet folglich der Beitrag jedes Einzelnen an eine gut funktionierende Gesellschaft und an eine gesunde Wirtschaft. Beides ermöglicht uns den Wohlstand, dank dem wir auch einen wirksameren Umweltschutz finanzieren können. Zu Gesundheit und Stärke findet eine Wirtschaft, indem sie möglichst viele Freiräume bekommt, aber auch selbstkritisch die Grenzen ihres Wachstums respektiert. Wir sollten hier ansetzen: Bei Eigenverantwortung und bei der Innovationskraft in unserem Land.