Das fällt auf beim Treffen von Trump und Xi
Es ist ein Gipfel mit freundlichen Zeremonien und schönen Bildern, doch inhaltlich lassen die USA und China bei dem Treffen in Peking klar unterschiedliche Schwerpunkte erkennen. Für Streit sorgen unter anderem der Iran-Krieg und dessen Folgen sowie der Konflikt um Taiwan.
Heute treffen sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping erneut in Peking. Sie wollen im berühmten Zhongnanhai-Komplex miteinander sprechen. Besuche von Staatsgästen in dem früheren kaiserlichen Garten neben der Verbotenen Stadt sind eher selten. Nach dem Treffen will Trump wieder in die USA zurückfliegen. Was bei dem Staatsbesuch bislang auffiel:
Ein Gipfel, unterschiedliche Gewichtung
Beim ersten Tag von Trumps Besuch am Donnerstag klang es zeitweise so, als nähmen Xi und er an unterschiedlichen Treffen teil. Besonders deutlich wurde der Unterschied beim Thema Iran und der Strasse von Hormus. Nach US-Angaben waren sich beide Seiten einig, dass die Meerenge für Energietransporte offen bleiben müsse. Xi habe sich gegen eine Militarisierung der Strasse und gegen Gebühren für die Durchfahrt ausgesprochen. Ausserdem habe er Interesse am Kauf von mehr US-Öl signalisiert, hiess es. In der chinesischen Darstellung spielte dieses Thema zunächst keine Rolle.
Umgekehrt war es beim Streit um die seit Jahrzehnten demokratisch regierte Insel Taiwan, die China für sich beansprucht und die von den USA unterstützt wird. Peking rückte das Thema sehr früh und deutlich in den Vordergrund. Xi warnte nach chinesischer Darstellung, die Taiwan-Frage müsse mit äusserster Vorsicht behandelt werden. Werde sie falsch gehandhabt, könnten beide Länder in einen Konflikt geraten. Die US-Seite erwähnte Taiwan in ihrer ersten Darstellung dagegen gar nicht.
Insgesamt wirkte es, als wollte Trump schnelle Erfolge betonen. Peking wählte hingegen eine andere Sprache. In der chinesischen Darstellung ging es eher um die langfristige Ordnung der bilateralen Beziehungen. Xi sprach von einer «konstruktiven strategischen Stabilität» zwischen China und den USA.