Das Ende des Libors naht – wie weiter bei der Wahl der passenden Hypothek?
von Martin Gartmann, Leiter Private Kunden bei der Graubündner Kantonalbank in Chur
Der Libor (London Interbank Offered Rate) wurde Mitte der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelt. Zu diesem Satz liehen sich die Banken in London ungesichert Geld. Als vor gut zehn Jahren die weltweite Finanzkrise ausbrach, litt das Vertrauen unter den Banken stark; es fanden kaum noch Transaktionen statt.
Als Folge setzte man den in fünf Währungen (US-Dollar, Britisches Pfund, Euro, Japanischer Yen und Schweizer Franken) zur Verfügung stehenden Libor-Zinssatz immer öfter aufgrund von reinen Umfragen unter den Geschäftsbanken fest. Das machte ihn anfällig für Manipulationen. Dies bewog die britische Finanzaufsicht, den Libor-Zinssatz nur noch bis Ende 2021 zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund ist nun jedes betroffene Land – auch die Schweiz – gefordert, für die eigene Währung einen alternativen Referenzzinssatz zu finden.
Ablösung Libor durch Saron
Um einen Libor-Nachfolge-Zinssatz zu definieren, wurde eine nationale Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Dieser gehören Mitglieder der Geschäftsbanken, der Schweizerischen Nationalbank sowie weitere Finanzmarktteilnehmer an. Die Arbeitsgruppe schlug den Saron (Swiss Average Rate Overnight) als Nachfolger für den Libor vor. Der Saron ist ein durch die Schweizer Börsenbetreiberin SIX berechneter und publizierter Referenzzinssatz. Dieser wird täglich ermittelt und basiert – anders als der Libor – auf tatsächlichen, mit Wertschriften besicherten Transaktionen zwischen den Geschäftsbanken. Dies macht den Saron zu einem robusten und repräsentativen Referenzzinssatz.