Das bittere Ende des schönen Höhenflugs von Bodö/Glimt
Bodö/Glimt erlebt in Lissabon einen bitteren Abschied von der diesjährigen Champions League. Die Norweger werden entzaubert, und Erfolgstrainer Kjetil Knutsen kennt den Grund dafür.
Dieses Ende hatte Bodö/Glimt nicht verdient. Mit hängenden Köpfen verliessen die Spieler das Estadio José Alvalade, das eigentlich vorgesehen war für einen der grössten europäischen Exploits eines norwegischen Teams. Der erst zweite Champions-League-Viertelfinal in der Geschichte des skandinavischen Landes winkte nach dem fantastischen 3:0-Heimsieg.
Die rund 2600 mitgereisten Fans sahen ein Debakel: 0:3 nach 90 Minuten, 0:5 nach der Verlängerung. Sporting Lissabon spielte Bodö/Glimt an die Wand. Nichts mehr war zu sehen, von der breiten Brust, mit der sie eine Runde zuvor den Vorjahresfinalisten Inter Mailand ausgeschaltet und in der Ligaphase auch Manchester City und Atlético Madrid schon geschlagen hatten. Fünf Siege in Folge hatte die Mannschaft von Kjetil Knutsen in der Champions League aneinandergereiht.
Der falsche Fokus
«Es ist ein harter Schlag», sagte Patrick Berg, der Mittelfeldspieler der Norweger, nach dem Match. «Wir haben nicht das aufs Feld gebracht, was wir uns vorgenommen hatten. Unseren Matchplan konnten wir nie umsetzen. Wir machten alles nur halbbatzig.» Was am Ursprung des brutalen Absturzes des Überraschungsteams dieser Saison stand, konnte Trainer Knutsen nicht im Detail sagen, aber er meinte selbstkritisch «Wir waren weit davon entfernt, uns selber zu sein.»
Nicht das taktische oder spielerische stand für Knutsen unmittelbar nach der Niederlage im Vordergrund, sondern die Mentalität: «Wir haben nicht den Match gespielt, wir waren auf den möglichen Exploit fokussiert. Deshalb war die Hürde zu hoch. Sporting ging auf den Platz und kümmerte sich nur um das Spiel, während wir von der ersten Ballberührung an an die Konsequenzen dachten. Das machte uns passiv.»
Der David unter den Goliaths