Das Beste beider Welten
Das Curlingteam von Yannick Schwaller gewinnt an den Olympischen Spielen die Bronzemedaille. Zwei Deutschschweizer und zwei Romands repräsentieren eine Art Ideal der Schweiz.
Elf Freunde müsst ihr (nicht) sein, sagt man so schön über erfolgreiche Fussballteams. Das ist im Curling wohl nicht anders. Man kann durchaus auch als Zweckgemeinschaft erfolgreich sein. So begann zumindest auch das Quartett mit Skip Yannick Schwaller, Pablo Lachat-Couchepin, Sven Michel und Benoît Schwarz-van Berkel. Vier Alpha-Tiere, vier Leader, die aber zu Freunden geworden sind – auf die harte Tour.
Der Berner Oberländer Michel war bereits 2014 als Skip bei Olympia und belegte in Sotschi einen enttäuschenden 8. Platz. Schwarz, die Nummer 4 für die schwierigsten und entscheidenden Steine, gewann 2018 im Genfer Team von Peter de Cruz bereits eine Bronzemedaille. Und Lachat gilt als bester Wischer der Welt. Im Sommer 2022 taten sich die vier zu einem eigentlichen Allstar-Team zusammen, mit dem ehemaligen Skip Michel als Nummer 2 und Schwaller auf der dritten Position.
Harte Aussprache nach dem Heim-Debakel
Erste Erfolge stellten sich schnell ein, EM-Silber 2022 und WM-Bronze 2023. Dann kam die Heim-WM 2024 in Schaffhausen, die mit Platz 7 und dem Verpassen der Medaillenspiele zu einem eigentlichen Desaster wurde. Es ist der Moment, der die Zukunft des Teams definieren sollte. «So eine Enttäuschung kann ein Team auseinanderbringen», weiss der erfahrene, 34-jährige Schwarz. «Uns hat es stärker gemacht.»
Es brauchte harte Worte, eine schonungslose Aufarbeitung. «Man muss ehrlich miteinander sein, respektvoll, aber offen und ehrlich», erläutert Yannick Schwaller die Herangehensweise. Vor allem mussten die Rollen und Verantwortlichkeiten klarer verteilt, die Kommunikation besser geregelt werden. Leader hin oder her, nicht jeder konnte in jeder Situation seine Meinung einbringen.