Das Amt für Immobilienbewertung Graubünden feiert Geburtstag
Das heutige Amt für Immobilienbewertung (AIB) feiert in diesem Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum. Das geht aus einer Mitteilung des Kantons Graubünden hervor. Trotz einem halben Jahrhundert, das seit der Gründung vergangen ist, sei die Aufgabe des Amts grundsätzlich gleich geblieben: die regelmässige Bewertung aller bebauten Grundstücke im Kanton Graubünden. «Die Zentralisierung der Bewertungskompetenz im AIB hat sich sehr bewährt, die Bestimmung aller Liegenschaftswerte erfolgt aus einer Hand», lässt sich der Amtsleiter Gion-Reto Hassler zitieren.
Bewertungen dienen als Grundlage
Zurzeit beschäftigt das Amt rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Chur, Davos, Ilanz, Samedan, Scuol und Thusis. Diese befänden sich derzeit mitten in der fünften systematischen Durchschätzung der bebauten Grundstücke. Es werde gemeindeweise vorgegangen. So können jährlich rund 18 000 bis 20 000 Gebäude bewertet werden, so der Kanton. In diesen Revisionen werden nicht nur klassische Wohn- und Gewerbeobjekte, sondern zum Beispiel auch landwirtschaftliche Betriebe, Transportanlagen und Wasserkraftanlagen bewertet.
Die getätigten Bewertungen dienen einerseits der Gebäudeversicherung für einen angemessenen Versicherungsschutz. Andererseits bilden die Miet-, Ertrags- und Verkehrswerte die Basis für kantonale und kommunale Steuerbehörden. Weitere Nutzer sind die Grundbuchämter und Gemeinden.
Die Anfänge des AIB
Bereits im 19. Jahrhundert wurden Überlegungen zur systematischen Erhebung von Liegenschaftswerten getätigt. Hintergrund dafür waren zahlreiche Dorfbrände, bei denen die geschätzten Erstellungskosten eine wichtige Grundlage für allfällige Versicherungsleistungen darstellten, so der Kanton.
Im Jahr 1887 veranlasste die Regierung eine erste Bewertung sämtlicher Gebäude im Kanton. Wegen Ungleichheit und Unzuverlässigkeit konnte diese allerdings nicht als Grundlage für die Versicherungsprämien verwendet werden. Es wurden weitere Bewertungsrunden in Auftrag gegeben, die jedoch nie abgeschlossen wurden. 1912 nahm dann die Gebäudeversicherung ihren Betrieb auf. Diese übernahm teilweise diese Aufgaben.
In den 50er-Jahren waren dann rund 850 bis 900 Schätzerinnen und Schätzer im ganzen Kanton tätig. So arbeiteten rund 240 nebenamtliche Personen für die Brandversicherung, für die Steuerbewertung waren 95 Personen tätig und es gab rund 165 Schätzungskommissionen mit zwei bis drei Mitgliedern. Schätzungen für Wälder und Erbteilungsverfahren führten nochmals anderen Personen durch.
Gründung des Amts für Schätzungswesen
Am 1. Januar 1972 startete schliesslich das Amt für Schätzungswesen. Den Grundstein dafür legte Grossrat Peter Rechsteiner bereits 1954 mit seiner Motion betreffend «Vereinheitlichung der Liegenschaftsbewertungen für Steuer-, Brandversicherungs- und Belehnungszwecke».
Bereits 25 Jahre später, im Jahr 1997, arbeiteten 37 vollamtliche Mitarbeitende, 60 nichtständige Schätzerinnen sowie über 800 Gemeindeschätzer für das Amt.