Das A und O für eine erfolgreiche Immobilienvermarktung
von Renato Faoro , eidgenössisch diplomierter Betriebswirtschafter HF und Mitglied des Kaders bei Remax, Region Chur
Die aktuellen Entwicklungen am Wohnimmobilienmarkt in der Schweiz zeigen es deutlich: Nicht erst seit Pandemiezeiten übersteigt die Nachfrage das vorhandene Angebot. Auf eine Verkaufsannonce gibt es zwar nach wie vor viele Interessenten, doch zusehends nehmen potenzielle Verkäufer eine abwartende Haltung ein. Einige haben die Handbremse angezogen, um zu warten und die Entwicklung zu beobachten, wohin der regionale Markt und die Preise tendieren – im besten Fall weiter nach oben.
Neue Generationen, neue Regeln
Immobilienmakler in der Schweiz stellen zudem fest: Die durchschnittliche Haltedauer einer Liegenschaft nimmt ab. Nachkommende Generationen nehmen Abstand von dem bis anhin fast schon eisernen Gesetz, ein Haus oder eine Wohnung ein ganzes Leben lang zu besitzen. Hinzu kommt der Trend zu sogenannten Offmarket-Transaktionen. Immobilien werden quasi «unter der Hand» veräussert und so manche Maklerfirma arbeitet mit internen Listen.
Ein besonderes Merkmal und zugleich ein neuer Trend sind digitale Angebotsverfahren, bei denen die Immobilie im Bieterverfahren an den Meistbietenden weitergereicht wird.
Auch in puncto Renovation vor Verkauf zeichnet sich ein weiterer wichtiger Trend ab, da Käufer häufig beim Erwerb mit Investitionen in einen allfälligen Umbau der Immobilie rechnen. Altbesitzer sollten daher nicht allzu viel Zeit und Kosten aufwenden, um die Liegenschaft noch in letzter Minute zu modernisieren. Neubesitzer wollen nach dem Kauf gern später eigene Wünsche realisieren und umsetzen. Generell ist natürlich auf das jeweilige Objekt und dessen Zustand zu achten, doch das klassische Einfamilienhaus vor der Veräusserung noch komplett zu sanieren, macht nicht wirklich Sinn. Kosten und Ertrag, sprich ein höherer Verkaufspreis, stehen nicht im akzeptablen Verhältnis.