«Dario ist heiss auf eine Medaille»
Noch vor der WM-Eröffnung ist Reto Geissberger nach Seefeld gereist. Ehrensache für den in Wernetshausen bei Hinwil im Zürcher Oberland wohnhaften 59-Jährigen, der einen weiteren Grund für seine frühzeitige Anreise nennt. Seit einem Jahr geniesse er seinen Ruhestand, erklärt der Grenzwächter ausser Dienst mit einem Lachen im Gesicht. Er wäre ohnehin im Tirol, das ist klar. Geissberger ist der mutmasslich grösste Anhänger von Dario Cologna. Dokumentiert wird dies durch die Ehrenmitgliedschaft im Dario-Cologna-Fanclub. Beim Herzensprojekt der Supporter-Vereinigung an der WM in Seefeld war der Unterengadiner sofort Feuer- und Flamme. Dank den Kontakten von Corsin Parolini ist die Vereinigung erstmals mit einem Fanzelt an einer Weltmeisterschaft präsent. Geissberger packt gerne mit an beim Unterhalt des kleinen, aber beliebten Treffpunkts vieler Langlauffans leicht abseits des Wettkampfgeschehens.
Freude am Langlauf vermittelt
Der frühere Hobby-Langläufer Geissberger ist mehr als nur ein leidenschaftlicher Cologna-Supporter. Er darf sich als erster Trainer eine kleine Scheibe am Werdegang des vierfachen Langlauf-Olympiasiegers aus dem Münstertaler abschneiden. «Dario», sinniert Geissberger, «hätte als polysportiver Athlet auch in einer anderer Sparte Erfolge gefeiert.» Es war mit ein Verdienst des damaligen Jugend- und Sportleiters im Münstertal, das sich der vor allem dem Fussball zugeneigten Cologna auf die schmalen Latten wagte. «Reto Geissberger brachte uns Knaben den Langlaufsport auf spielerische Art und Weise näher. Wir hatten viel Spass und merkten nicht, was für ein harter Sport dies ist», erinnerte sich Cologna einst an seine Ursprünge im Langlauf.
Geissberger erinnert sich derweil an enorm schnelle Fortschritte des talentierten Quereinsteigers, der mit 13 Jahren zum Langläufer wurde. Trotz technischer Mängel habe das Naturtalent den ersten Wettkampf auf Rang 5 beendet. Allzu hoch will der bescheidene Jugend-Trainer seinen Beitrag zum Cologna-Aufstieg indes nicht hängen. Nach einem Jahr gab Geissberger seine Tätigkeit als Nachwuchsförderer im Münstertal aus persönlichen Gründen auf. Als wichtigster Cologna-Förderer gilt der Norweger Odd Kare Sivertsen, unter dessen Fittichen Cologna während seiner Schulzeit im Hochalpinen Institut in Ftan die Basis für seine Karriere vermittelt bekam.