Dank Oldie Julien Sprunger fehlen Fribourg zwei Siege zum Titel
Er ist 40 Jahre alt und in Freiburg sowieso schon ein Volksheld. Mit seinem Treffer in der zweiten Verlängerung des dritten Finalspiels gegen Davos lässt er die Fans vom ganz grossen Coup träumen.
Sein Alter sieht man Julien Sprunger an. Auf dem Eis, in dem er nicht mehr oft ein Laufduell gewinnt. Und daneben mit einer Haarpracht, die schon deutlich an Fülle eingebüsst hat. Aber der Captain von Fribourg-Gottéron ist noch immer der Mann für die magischen Momente. Im dritt-, viert- oder fünftletzten Spiel einer Karriere, die ihn nie aus Freiburg weggeführt hat, erzielt der 40-Jährige nach fast neun Minuten der zweiten Verlängerung das entscheidende 3:2 gegen Davos und bringt sein Team bis auf zwei Siege an den Gral in Form des ersten Meistertitels der Klubgeschichte heran.
Der schlaue Fuchs reagiert am schnellsten und findet aus spitzem Winkel die kleine Lücke über der Schulter von HCD-Goalie Sandro Aeschlimann. Genau da, wo ein moderner Butterfly-Goalie am verwundbarsten ist.
Mit Alexis Monney gefeiert
Kurz vor Mitternacht steht er dann in den Katakomben der prächtigen Davoser Eishalle und strahlt über das ganze Gesicht. «Es ist natürlich genial, ein solches Tor zu schiessen», sagt er. «In der Verlängerung, im Final.» Sprunger ist mit 19 Goals in Verlängerungen einsamer Rekordhalter in der National League – mit nun sieben Treffern mehr als der vor einem Jahr zurückgetretene Andres Ambühl.
Die Feier danach ist intensiv, aber letztlich kurz. Sprunger läuft direkt zur Gottéron-Fankurve schräg hinter dem Davoser Tor. Da steht mitunter der Freiburger Skistar Alexis Monney. «Er ist ein guter Freund, ich habe ihn eingeladen», erzählt Sprunger schmunzelnd. «Die Fans waren so nah, da schien mir das eine gute Idee.» Der Routinier weiss aber auch, dass damit noch nichts gewonnen ist und legt den Fokus sogleich wieder nach vorne.
Erholung ist in diesen intensiven Playoff-Serien entscheidend. «Bei mir geht es vielleicht noch etwas länger», meint der Ü40-Veteran lachend. Erstmals überhaupt hat ein Playoff-Final mit drei Auswärtssiegen begonnen – notabene, nachdem in der Qualifikation alle Duelle vom Heimteam gewonnen wurden. Ein Erfolgsgeheimnis der Freiburger für diese neu entdeckte Auswärtsstärke: Sie reisen jeweils bereits am Vortag an und übernachten in Chur. Das zahlte sich im ersten Spiel aus, und nun auch im dritten.