Cyberrisiken werden laut Studie von vielen KMU unterschätzt
Cyberrisiken gehören heute zu den zentralen Unternehmensrisiken von KMU. Viele Unternehmen gehen jedoch trotzdem noch immer davon aus, dass sie nicht betroffen sind.
Diese Annahme sei gefährlich, so der Befund einer am Montag publizierten Studie des VZ VermögensZentrums in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU). Denn die Folgen von Cyberrisiken würden weit über die IT hinausreichen.
So könnten Cyberrisiken den Betrieb unterbrechen, Daten und Systeme beschädigen, Kundenbeziehungen belasten, rechtliche Verpflichtungen auslösen oder die Liquidität eines Unternehmens stark beanspruchen. Im schlimmsten Fall steht die Existenz des KMU auf dem Spiel.
Das VermögensZentrum verweist in der Studie auf den «Allianz Risk Barometer 2026», der Cybervorfälle global zum fünften Mal in Folge bei den Unternehmensrisiken auf Platz 1 gesetzt hat. Die Schätzungen für die weltweit durch die Cyberkriminalität verursachten Kosten liegen für 2024 bei rund 9,5 Billionen US-Dollar. Wäre die Cyberkriminalität eine Volkswirtschaft, wäre sie damit nach den USA und China die drittgrösste der Welt.
Hohe Zahl an Straftaten und hohe Dunkelziffer
Für die Schweiz habe die Kriminalstatistik allein im Jahr 2025 knapp 58'000 Straftaten mit einem digitalen Tatvorgehen registriert, schreibt das VZ. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer. Die Aufklärungsrate betrug dabei lediglich 17,6 Prozent.
Mit der Studie wollten das VZ und die HLU herausfinden, wie KMU Cyberrisiken als Teil eines funktionierenden Risikomanagements richtig verstehen, einordnen und versichern können. Denn vollständig vermeiden liessen sich Cyberrisiken nicht.