Corona-Lage: Der Kanton gibt sich ein Ampelsystem
Aktuell befinde sich der Kanton Glarus punkto neuem Rebound-Konzept in der Phase grün, sagt Rolf Widmer, Vorsteher des Departements Finanzen und Gesundheit und Leiter einer neu gebildeten fachlichen Task Force Corona des Kantons. Diese Phase ist wie auch die anderen Farben der Ampel näher definiert. «Die Fallzahlen sind mit zwei bis vier Fällen pro Woche tief», so Widmer dazu. Wobei die Fallzahlen nicht das allein entscheidende Kriterium seien.
Eine Grundlage für Kantone
Aufgrund des Wechsels von der «ausserordentlichen» in die «besondere» Lage müssen bei einem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen die Kantone über Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie entscheiden. Sie haben laut Epidemiengesetz die Massnahmen gegenüber der Bevölkerung und bestimmten Personengruppen zu koordinieren. Wie die Regierung dazu mitteilt, begrüsst sie das koordinierte Vorgehen der Kantone wie auch eine angepasste Glarner Strategie.
Der Entwurf eines Rebound-Konzepts durch die Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte bildet laut Widmer die Grundlage. Eckpunkt des Konzepts ist zum Beispiel, sich nicht nur auf die Tendenz der neuen Fallmeldungen, sondern auf Wochenwerte abzustützen. Also konkret auf die Zahlen der vorangehenden sieben Tage, gerechnet pro 100 000 Personen.
Massnahmen sollen «etappenweise, situationsgerecht und unter Abwägung der zu erwartenden Konsequenzen» angepasst werden. Was milder und verhältnismässiger als die Vorschläge sei, die auf regionale Lockdowns abzielten. Zu unterscheiden sind laut Konzept grundsätzlich zwei Konstellationen: Covid-19-Fälle, die unabhängig voneinander auftauchen, oder solche, die klar lokalisierbar sind, etwa wenn ein Ausbruch in einer Schule oder in einem Alterszentrum erfolgt.
Angepasstes Konzept für Glarus
Das angepasste Konzept des Kantons Glarus basiert auf einem Alarmsystem in vier Phasen (grün, gelb, orange, rot), welches jeweils ein Bündel von Massnahmen bedeutet. Das Erreichen einer bestimmten Stufe hängt dabei von den Fallzahlen, der Anzahl Hospitalisationen aufgrund von Covid-19 und der Auslastung der Intensivpflege und dem Verhältnis positiver Fälle zur Anzahl Fälle aller Getesteten ab, heisst es dazu in einer Mitteilung des Kantons.