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Schweiz und Welt

Corona-Demonstranten planen Kundgebung in Chur

Simone Janz
15.05.2020, 19:00 Uhr
heute um 12:16 Uhr

In einer Churer Facebook-Gruppe haben Mitglieder zu einer Kundgebung für Samstag aufgerufen. Wie es in dem mittlerweile wieder gelöschten Post heisst, wolle man einen «gewaltfreien Spaziergang in der Stadt» machen und «die Leute aufrütteln». Auch in anderen Schweizer Städten waren die Corona-Demonstranten mit Verschwörungstheorien aufgefallen. Ein besonders beliebtes Sujet: Bill Gates' vermeintlicher Versuch, die Weltherrschaft an sich zu reissen. Die Churer Corona-Demonstranten haben Angst vor dem Verlust ihrer Grundrechte und sprechen vom «Coronamärchen». 

Polizei weiss Bescheid

Die Bündner Kantonspolizei weiss von der geplanten Kundgebung. Bewilligt ist diese nicht – wie auch, wenn aufgrund der aktuellen Massnahmen des Bundesrates immer noch ein allgemeines Versammlungs- und Demonstrationsverbot gilt. In den letzten Wochen hat die ganz unterschiedliche Vorgehensweise der kantonalen Polizeikorps bei unbewilligten Demonstrationen zu reden gegeben. Einige hatten die Demonstrierenden gewähren lassen, andere waren für ihr hartes Eingreifen kritisiert worden. Wie werden sich die Bündner Einsatzkräfte bei der zu erwartenden Demonstration verhalten?

Gemäss Polizeisprecher Roman Rüegg ist die Polizei in der Lockerungsphase besonders gefordert. Treffen in der Öffentlichkeit von mehr als fünf Personen seien verboten, sagt er. Sind fünf oder weniger Personen miteinander unterwegs, müssen sie eine Distanz von mehr als zwei Metern einhalten. «Bei Nichteinhalten der Vorschriften der COVID-19-Verordnung können Bussen oder Anzeigen ausgesprochen werden», so Rüegg. «Im Vordergrund steht allgemein, dass der Rückgang des Coronavirus beschleunigt werden soll und sich die Personen solidarisch verhalten.»

Mit Augenmass handeln

Für die Demonstration am Samstag gilt das gleiche. Im Auftrag der Kantonspolizei werde die Stadtpolizei Chur die Lage aufmerksam verfolgen und mit gesundem Menschenverstand und Augenmass handeln, sagt Rüegg. Die Einhaltung der Verordnung werde verhältnismässig durchgesetzt. Auch in anderen Schweizer Städten sind am Wochenende Proteste angekündigt.

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