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Schweiz und Welt

Clubmeisterschaften 2022

Davoser Zeitung
20.07.2022, 16:46 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Die Motivation, dabei zu sein, war gross. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schrieben sich für die Meisterschaften ein. Der Olympische Gedanke schwang obenauf bei den Membern. Üblicherweise erweisen sich die Titelchancen auf den/die «Clubmeister*in» nur für wenige Mitspieler als intakt. Beim Gros der Akteure stehen der faire Sportsgeist, zwei Tage Golf unter Gleichgesinnten und die Geselligkeit nach der Runde an erster Stelle. Ein top präparierter Golfplatz erwartete die Spieler*innen, selbst das Wetter war im Wettkampfmodus und präsentierte sich von seiner «Schoggi-Seite».

Tag 1 – Sportives Teilnehmerfeld

Neben der erfreulich grossen Anzahl an Teilnehmenden fanden sich viele Top-Spieler ein. Die ersten sieben Flights bestanden ausnahmslos aus «Single-Handicapspieler», sprich wirklich versierten Golfern, die theoretisch alle Chancen auf einen Titelgewinn haben. Denn traditionsgemäss wird am Samstag nach Handicap gestartet; je tiefer das Handicap, desto früher muss man auf die Runde. Selbst wenn es ein sehr sportliches Teilnehmerfeld war, so setzten sich letzten Endes die Favoriten der Favoriten durch. Bei den Damen erspielte sich Sonja Müller dank einer 83er-Runde einen kleinen Vorsprung von zwei Schlägen auf die zweitplatzierte Gisèle Schelling. Eine kleine Überraschung gab es dennoch: Therese Bärtsch mit Handicap 18.3 erzielte ein Spitzenresultat und durfte sich dank 88 Schlägen sogar Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Bei den Herren erreichte die Spitzenposition erwartungsgemäss Nicklas Illi, mit zwei Schlägen über der Platzvorgabe spielte er die ersten 18 Löcher, drei Schläge Vorsprung auf den zweitplatzierten Fadri Taufenecker und drittplatzierten Sandro Metz. Ergo blieb vorerst alles offen für die finale Runde am Sonntag.

Chipping Competition

Am Abend wurde zum gemeinsamen Nachtessen geladen; abgerundet wurde dieses mit einer Chipping Competition für alle Anwesenden. Chippen bedeutet ein Annäherungsschlag, ohne auszuholen. Remo Lang hatte hier den längsten Schnauf. Reichte es in diesem Jahr nicht für den Clubmeister-Titel, so immerhin für einen Sieg an diesem Wochenende. Neben all der Wettbewerbsgesinnung waren Mann wie Frau ebenso in Feierlaune. So verliessen etwa diejenigen mit der längsten Ausdauer das Clublokal erst gegen 1 Uhr 30 des Nachts, darunter auch welche, die bereits wieder früh am Sonntagmorgen ihre Startzeit hatten.

Tag 2 – wenn die Würfel fallen

Gut gespielt am Samstag, heisst lange schlafen am Sonntag, da nach dem Resultat vom Vortag gestartet wird. Der Lohn einer guten Runde vom Vortag, zahlt sich demnach gleich doppelt aus. Bei den «Early-Birds» geht es vor allem um Resultatkosmetik; die Chancen auf einen Sieg sind hier weniger als gering. Am Ende des Feldes starteten die besten Spieler. Clubmeister bilden sich normalerweise aus dem vorletzten Flight der Damen und dem letzten der Herren. Teils Turnierteilnehmer und Angehörige erwarten diese jeweils mit viel Spannung beim letzten Green, um diesen den würdigen Respekt zu zollen.

Sonja Müller und Nicklas Illi

Dem Druck standgehalten und zugleich ein beeindruckendes Golfspiel lieferte einmal mehr Sonja Müller ab. Mit einer besseren Runde als am Vortag, nämlich mit nur 80 Schlägen, bestätigt sie ihren Titel des Vorjahrs. Am Ende blieb es ihr eigens eindrückliches Spiel. Mit acht Schlägen Vorsprung und einem Total von 163 Punkten darf sie sich ein weiteres Jahr Clubmeisterin des Golf Clubs Davos nennen. Ebenfalls souverän entschied Nicklas Illi das Rennen bei den Herren für sich. Die 73er-Runde am Tag zwei reichten bei ihm locker für den Sieg, ebenfalls mit acht Schlägen Vorsprung in der Endabrechnung auf die direkte Konkurrenz. Damit löste er Nicolas Schelling als Seriensieger ab. Herzliche Gratulation den frischgekürten Clubmeistern 2022.

Die Verfolger

Gisèle Schelling beendete den Sonntag auf Rang zwei bei den Damen. Mit den 86 Schlägen vom Sonntag hat die geplante Aufholjagd nicht ganz funktioniert. Silvana Bianchi kam dank 83 Schlägen sogar gefährlich nahe an Rang zwei heran. Nur einen Schlag trennten sie als Drittplatzierte von Rang zwei in der Endabrechnung. Bei den Herren setzte Harry Sprecher zur Aufholjagd an. Ihm sollte es am Schluss deutlich nicht zum Sieg reichen, indes vom geteilten 6. Rang vom Samstag kämpfte er sich bravourös auf den 2. Schlussrang bei den Herren. Remo Metz komplettiert das Podest mit einer 77er-Runde am Sonntag.

Gut gelungen

Das Organisationskomitee darf nach der aktuellen Auflage des clubinternen Turniers mit Genugtuung in den Rückspiegel schauen. Die Clubmeisterschaften und die entsprechende Stimmung in der Davoser Golfgemeinde lassen keine Zweifel über die derzeitige Verfassung der Clubseele offen und stimmen einen zuversichtlich für das zukünftige Clubleben. Und zu guter Letzt darf der Club zudem positiv auf die sportliche Zukunft blicken, denn der Davoser Golfnachwuchs gibt Anlass zur Freude.

Ranglisten-Auszug

Brutto Damen: 1 Sonja Müller, 163; 2 Gisèle Schelling, 171, 3 Silvana Bianchi, 172. Brutto Herren: 1 Nicklas Illi, 143, 2 Harry Sprecher, 151, 3 Remo Metz, 155.

Brutto: Seniorinnen: 1 Sonja Müller, 163. Senioren: Harry Sprecher, 151. Junioren: Noé Sauter, 155. Netto HCP 19.0 – 36.0: 1 Andreas Stoffel, 79; 2 Benjamin Valär, 78; 3 Rita Hofstetter, 78. Netto HCP 36.1 – PR: 1 Nando Steiner, 79.

Netto Senioren 73+: 1 Hans Bolt, 136

Bericht Fabian Ryf, Golf Club Davos

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