Clint Capela nimmt seine 13. Saison in der NBA in Angriff
In der Nacht auf Mittwoch startet Clint Capela in seine 13. NBA-Saison. Die Rolle des Genfers bei den Houston Rockets hat sich verändert, doch er ist mit der gleichen Freude dabei wie am Anfang.
Ein Wort passt perfekt zu Clint Capela: Dankbarkeit. Das macht der 32-Jährige im Telefongespräch mit Keystone-SDA klar. Dankbar sei er, dass er noch auf höchstem Niveau spielen könne. «In der NBA dauert eine Karriere im Schnitt vier oder fünf Jahre», erklärt er. «Ich starte in meine 13. Saison. Wenn ich daran denke, woher ich komme, dann hätte ich davon nicht einmal träumen können. Ich habe wirklich alles.»
Der Center der Houston Rockets verbindet mit seinem Lebensweg viele Emotionen. «Während eines Team-Meetings durften wir ein Video zeigen, wie jeder Spieler in die NBA gekommen ist», erzählt Capela. «Fotos von mir, als ich noch jünger war. In der Schweiz, in Frankreich, in den USA vor der NBA. Ich habe es geschafft, viele andere nicht.» Der Genfer ist ein sehr gläubiger Mensch. «Ich denke, Gott hat für mich einen Plan gehabt», sagt er. «Und ich danke ihm in meinen Gebeten dafür.»
Früh reif geworden
Dankbar gegenüber Gott, aber auch dankbar für seine Herkunft. «Meine Mutter ist als Flüchtling in die Schweiz gekommen», sagt Capela. «Sie hat Rassismus erfahren und als sie nach Genf kam, sprach sie kein Französisch.» Er lebte bereits früh nicht mehr bei seiner Mutter in Meyrin. Die Zeit von sechs bis zwölf Jahren im Internat habe ihn wachsen lassen, wörtlich, aber auch im übertragenen Sinn. «Ich hatte keinen Vater als Vorbild. Ich habe alles mit meinen Brüdern gelernt.» Zu der Zeit träumte er noch davon, Fussballer zu werden. «Meine Kindheit hat mich gelehrt, sehr früh reif und selbständig zu werden. Ich musste mich selber beweisen.»