Claude Nicollier: «Raumfahrt fördert letztlich Zusammenarbeit»
Für den Schweizer Astronauten Claude Nicollier und den Raumfahrtanwärter Marco Sieber hat die «Artemis 2»-Mission die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt. «Raumfahrt fördert letztlich Zusammenarbeit», sagte Nicollier zu CH Media.
Europas Beteiligung am Artemis-Programm werde oft unterschätzt, sagte Nicollier in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende» vom Samstag. Das Servicemodul der Orion-Kapsel stamme aus Europa. Es liefere den Antrieb, kontrolliere die Lage und sorge für die Lebenserhaltung, sagte er und fügte hinzu: «Das ist kein kleines Detail, sondern ein zentraler Bestandteil der Mission.»
Nebst vielen privaten Raumfahrtunternehmen sind auch die Raumfahrtprogramme von Kanada, Japan und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Artemis-Programm involviert. Auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa ist Teil des Programms.
Aus der Schweiz stammen wiederum Komponenten zum Servicemodul der Esa. Die Antriebsmotoren zur Ausrichtung der Solarpaneele sowie die Sekundärstruktur stammen von Beyond Gravity in Emmen LU. Apco Technologies in Aigle VD lieferte zudem mechanische Bodengeräte, die das Servicemodul während Bau und Transport stützten, sowie die Drehplattform für die Montage des Moduls.
Nachdem die Crew der «Artemis 2» in der Nacht auf Samstag planmässig im Pazifik gelandet war, gratulierte Bundespräsident Guy Parmelin in einem Beitrag auf X nicht nur der US-Raumfahrtbehörde Nasa, sondern auch ihren Partnern. Zudem betonte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung die Innovations- und Forschungsbranche der Schweiz. Diese habe mit Fachwissen und Spitzentechnologie zu diesem wichtigen Schritt auf dem Weg zurück zum Mond beigetragen.
«Neues Zeitalter»
Sieber könnte sich eines Tages auf dem Weg zum Mond befinden. Im Gespräch mit CH Media betonte auch er die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt. Er erlebt diese aktuell hautnah mit. Der Astronaut ist zurzeit wegen einer zweimonatigen Ausbildung in Houston im US-Bundesstaat Texas, wie die «Schweiz am Wochenende» schrieb. Auch Nicollier war demnach während des Gesprächs in Houston. Dort befindet sich das Kontrollzentrum der Nasa.