Churer Schiesslärm erreicht das nationale Parkett
Angefangen hatte alles mit einer städtischen Initiative zum Thema Schiesslärm auf kommunaler Ebene. Inzwischen ist die Thematik Schiesslärm auf dem Churer Schiessplatz auf dem nationalen Parkett angekommen. Aufgrund einer Anfrage von SP-Grossrat Andri Perl wurde bekannt, dass mindestens seit 2014 die Belastungsgrenzwerte für den Schiessplatz auf dem Churer Rossboden überschritten werden. Dies hat nun die SP-Nationalrätin Sandra Locher Benguerel und SP-Nationalrat Jon Pult auf den Plan gerufen. Sie haben zu Beginn der aktuellen Nationalratsession eine parlamentarische Anfrage eingereicht. Sie wollen vom Bundesrat wissen, ob es noch aktuellere Messungen gebe oder weitere geplant seien und wie der Bundesrat gedenke, die Einhaltung der Grenzwerte durchzusetzen. Weiter fragen die Beiden: «Ist es realistisch, dass mit den bevorstehenden Lärmschutzsanierungen bei gleich intensiver Nutzung die Grenzwerte eingehalten werden?». Denn seit der Messung, die 2014 stattgefunden hat, hat sich der Schiessbetrieb weiter intensiviert. Konkret war der Platz bis 2017 während 20 bis 30 Wochen und ab 2018 während 46 Wochen im Jahr belegt. Für die nächsten Jahre ist gemäss Daniel Steiner, dem Kommandanten der Infanterieschule in Chur, keine wesentliche Veränderung zur aktuellen Belegung erkennbar.
Sanierung bis 2025
Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport ist gemäss der Bündner Regierung verpflichtet, bis am 31. Juli 2025 die nötigen Sanierungen durchzuführen, um die Grenzwertüberschreitungen zu beseitigen. Doch die Bündner Regierung hielt in der Antwort an den Grossrat Perl auch fest, dass das VBS auch Erleichterungen gewähren könnte. «Allfällige übermässige Immissionen wären dann wegen überwiegender Interessen der Gesamtverteidigung gegenwärtig und auch in Zukunft zu dulden, solange der Schiessplatz Rossboden/Rheinsand als militärischer Waffen-, Schiess- und Übungsplatz betrieben wird.» Deshalb dürften wohl die Schiesslärmgegner in Chur und Felsberg sehr gespannt auf die Antworten auf diese nationalrätliche Anfrage warten. Umso mehr, da Felsberg sich bereits selber mit einem Brief an die zuständige Bundesrätin Viola Amherd gewendet hatte.