Churer Gewerbe soll sich stärker entfalten können
D er Churer Stadtrat gewährt den Gastronomiebetrieben aktuell aufgrund der Einschränkungen wegen des Coronavirus gewisse zusätzliche Rechte. So dürfen die Aussenbereiche der Gastronomie in der Altstadt neu eine Stunde länger offen bleiben – also bis 24 Uhr statt bis 23 Uhr. Dies bis Saisonende, sofern innerhalb von 30 Tagen gegen diesen Stadtratsentscheid keine Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingeht. Ausserdem dürfen die Aus-senbereiche – wo möglich – vergrössert werden, um trotz der geltenden Abstandsregeln noch einige Gäste mehr begrüssen zu dürfen. Genutzt wird dabei der öffentliche Raum.
Auch Gewerbe soll profitieren
Ähnliches schwebt nun dem Churer Gemeinderat Mario Cortesi (SVP) auch für die anderen Gewerbetreibenden vor. Er hat an der letzten Gemeinderatssitzung einen entsprechenden Auftrag eingereicht. «Die gültigen Social-Distancing-Regeln erschweren nicht nur den Gastronomiebetrieben die Geschäftstätigkeit, sondern auch anderen Gewerbetreibenden mit direktem Kundenkontakt», begründet Cortesi sein Anliegen. Als Beispiele nennt Cortesi etwa Boutiquen, Gemüsehändler, Bäckereien, Metzgereien, Sportgeschäfte, Schuhläden und Coiffeursalons. «Wenn allen Gewerbetreibenden das Angebot auf Freiflächen offensteht, können diese bei Bedarf ihre Geschäftsflächen erweitern und trotzdem die Abstandsregeln einhalten.»
Cortesi möchte den Betrieben ermöglichen, dass sie ihre Waren auch draussen verkaufen und präsentieren können. «Damit können sie zusätzliches Geld verdienen, was in Folge der verordneten Zwangsschliessungen der letzten Wochen bei vielen willkommen sein dürfte.» Er wolle mit dieser Anschubhilfe Konkurse verhindern. Der Auftrag geniesst im Gemeinderat grossen Rückhalt. 16 von 21 Gemeinderäten von links bis rechts tragen den Auftrag mit.
Die Stadt könnte weiter an Attraktivität gewinnen und quasi zu einem grossen Churer Markt werden.»