Chefin zurückgetreten – Wie geht es für den Louvre weiter?
Ein Millionenraub, streikendes Personal, Wasserschäden und mutmasslicher Betrug mit Eintrittskarten: Nach einer Reihe von Krisen in den vergangenen Monaten hat Louvre-Direktorin Laurence des Cars Konsequenzen gezogen und ihren Rücktritt eingereicht.
Wie es für das meistbesuchte Museum der Welt nun weitergeht, ist vorerst unklar. Sicher ist allerdings: auf den Nachfolger oder die Nachfolgerin warten dringende Herausforderungen.
Wann der Louvre mit einer neuen Leitung rechnen kann, ist noch ungewiss. Sowohl der Élysée-Palast, der über den Rücktritt informierte, als auch das Kulturministerium liessen eine entsprechende Anfrage unbeantwortet.
Allerdings war Des Cars seit dem Juwelen-Diebstahl im Louvre im Oktober immer wieder heftig unter Druck geraten. Im Hintergrund könnten daher durchaus bereits Überlegungen zu einem möglichen Ersatz angestellt worden sein. Mit dem Rücktritt von Des Cars könnte nun zunächst der Geschäftsführer des Louvre, Kim Pham, eine grössere Rolle einnehmen.
Leitung hätte wohl ohnehin in diesem Jahr gewechselt
Emmanuel Macrons Élysée-Palast hatte das Rücktrittsgesuch von Des Cars als «Akt der Verantwortung» bezeichnet. Dieser erfolge in einem Moment, in dem das Museum zur Ruhe kommen müsse und neue Impulse brauche, um die grossen Herausforderungen mit Blick auf Sicherheit und Modernisierung anzugehen.
Ohnehin hätte in diesem Jahr wohl ein Führungswechsel angestanden, denn das Mandat der Louvre-Direktorin wäre zum September ausgelaufen. Nach dem Fiasko des millionenschweren Juwelen-Diebstahls, durch den die Chefin des Museums enorm unter Druck geraten war, schien eine erneute Amtszeit für sie unwahrscheinlich. Durch den Rücktritt wird der Wechsel nun vorgezogen. Des Cars selbst sagte dem «Figaro»: «Die Bedingungen, um voranzuschreiten, sind nicht mehr gegeben.»