Chamenei-Sohn Irans neuer Führer – Krieg geht weiter
Der Iran hat den Sohn des bei einem israelischen Luftangriff getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei zu dessen Nachfolger berufen. Der 56-jährige Modschtaba Chamenei hat fortan das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen. Das israelische Militär drohte bereits, dass auch er nicht sicher sei. Ähnlich hatte sich zuvor auch US-Präsident Donald Trump geäussert. Derweil sorgt ein rasanter Anstieg des Ölpreises infolge des Kriegs über die Marke von 100 US-Dollar für Panikverkäufe an den Börsen in Asien.
Modschtaba Chamenei wurde durch den sogenannten Expertenrat ernannt, dem wichtigsten religiösen Gremium des Irans. Wenig später sagte Trump der Zeitung «Times of Israel» in einem kurzen Telefonat: «Wir werden sehen, was passiert». Stunden zuvor hatte er dem Sender ABC News gesagt, dass der nächste iranische Staatschef «nicht lang im Amt bleiben» werde, wenn er nicht die Zustimmung Washingtons habe. Dem Nachrichtenportal Axios hatte Trump kürzlich gesagt, Modschtaba Chamenei sei für ihn «inakzeptabel».
Was hat Irans neuer Führer vor?
Irans neuer oberster Führer war in den vergangenen Jahren kaum öffentlich in Erscheinung getreten. Wo der 56-Jährige politisch genau steht, ist weitgehend unklar. Er soll beste Verbindungen zu den Revolutionsgarden haben und dürfte den unerbittlichen Kurs seines am 28. Februar in Teheran getöteten Vaters zunächst fortsetzen.
Er gilt als Akteur der staatlichen Unterdrückung im Iran, heisst es etwa in einer Analyse der Denkfabrik Atlantic Council. Israels Militär warnte den Iran in Farsi auf der Plattform X: «Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht.»
In der Nacht begann die israelische Luftwaffe eine neue Welle Attacken im Zentrum des Landes, wie die Armee mitteilte. Zudem sei erneut Infrastruktur der mit dem Erzfeind Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen worden. Iran griff Israel in der Nacht auch erneut mit Raketen an.