Casinos im Fürstentum locken vermehrt zum Zocken
Eine halbe Stunde ab Glarus lockt in Pfäffikon das Swiss Casino. Der Geldrausch boomt allerdings woanders, keine 60 Autominuten vom Land der Glarner entfernt – im Land von Fürst Hans-Adam von und zu Liechtenstein. Im monarchischen Kleinstaat schiesst derzeit der Glitzer und Glamour wie Unkraut aus dem Boden. Zwei Casinos, in Schaanwald und Ruggell, gibts schon. Zwei weitere befinden sich im Bau, gleich viele sind in Planung.
Das «Ländle» wird zum Las Vegas der Alpen
Nach Adam Riese gibts in Zukunft im «Ländle» ein halbes Dutzend legale «Spielhöllen», die es auf Schweizer Zocker, darunter viele Glarner, abgesehen haben. Autos mit GL-Kontrollschildern sind im «Ländle» jetzt schon an der Tagesordnung. Mit einem Casino pro 6300 Einwohner wird Liechtenstein zum Las Vegas der Alpen. Doch damit nicht genug:
Vor den Toren des Glarnerlands gibts ums Fürstentum Liechtenstein noch weitere Casinos: in Deutschland in Lindau, in Österreich in Bregenz und Feldkirch. Aber auch in Süddeutschland haben sich zwischen Bodensee und Basel die Spielhallen zu Dutzenden in Stellung gebracht. Bis zu 90 Prozent der Zocker sind Schweizer. Gemäss einer Studie, welche die Hochschule Luzern 2014 erstellt hat, können die Eidgenossen innert 30 Minuten in Süddeutschland 66 Spielhallen erreichen. Tendenz steigend.
Was lockt, ist kein Kleiderzwang und die Anonymität
Ein VIP-Shuttle chauffiert die Kundschaft kostenlos aus der Festspielstadt Salzburg auf Schloss Klessheim, in einen prunkvollen Barockbau, wo fürstlich gespeist, stilvoll gefeiert, vor allem aber gezockt wird. Stilvoll, weil hier, im Gegensatz zu den Casinos in Liechtenstein, noch auf Kragentragpflicht gesetzt wird. Im Fürstentum sind T-Shirts und Jeans Alltag. «Das ist es ja gerade, warum mir die neueren Casinos gefallen», meint Markus*. «Du kannst dort spontan hingehen, um das grosse Los zu ziehen. Was bei mir bis anhin allerdings noch nie der Fall war.» Immerhin habe er an Automaten schon einmal 870 Franken gewonnen, erzählt Markus weiter. Und wie viel verloren? Markus zückt die Schultern: «Pro Mal maximal 50 Franken. Mehr setze ich nicht ein.»