Vom Bauerndorf zur Weltstadt
Das Wappen Graubündens erzählt sehr viel über die Geschichte unseres Kantons. In ihm sind die drei Bünde vereint: Der Graue Bund, repräsentiert von den Farben schwarz und weiss, der Zehngerichtebund in blau und gelb sowie der Gotteshausbund mit dem Steinbock. So alt ist unser Kantonswappen gar nicht. Bevor es dieses Wappen gab, also vor 1933, wurden die drei Wappen stets nebeneinander dargestellt. Der moderne Kanton Graubünden ist da bereits 120 Jahre alt. Vor 1803, als Graubünden Teil der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde, nannte man das Gebiet des heutigen Kantons den Freistaat der Drei Bünde.
Davos – Hauptort des Zehngerichtebunds
Davos gehörte zum Zehngerichtebund. Er war der kleinste der drei Bünde und umfasste die Talschaften Prättigau, das obere Albulatal (Belfort), Churwalden, das Schanfigg und die Herrschaft Maienfeld sowie Davos. Das Landwassertal aber war Gründungs- und Hauptort des Zehngerichtebunds und übte als solcher massgeblichen Einfluss auf die Politik der Drei Bünde aus. Für die Entstehung und Entwicklung von Davos waren die Freiherren von Vaz entscheidend. Sie siedelten um 1280 Kolonisten aus dem Wallis, sogenannte Walser, im Landwassertal an, gewährten ihnen im Lehensbrief von 1289 umfassende Selbstverwaltungsrechte, und Davos entwickelte sich zur grössten Bündner Walsersiedlung.
Ebenda, also in Davos, wurde am 8. Juni 1436, also vor rund 588 Jahren, der Zehngerichtebund gegründet. Und das kam so: Das Gebiet, das ursprünglich den Freiherren von Vaz gehörte, ging zu Beginn des 14. Jahrhunderts an die Grafen von Toggenburg über. Als der letzte Toggenburger, Graf Friedrich VII, ohne Nachkommen und ohne Testament 1436 verstarb, fanden sich die Gebiete Nordbündes zu jener Zeit vor knapp 600 Jahren in einer ungemütlichen Situation wieder. Es drohte die Aufteilung der Herrschaftsgebiete oder deren Rückfall an Österreich. Unter den einzelnen Herrschaften und Gerichtsgemeinden setzte emsiges Treiben ein, und Boten wurden hin und hergeschickt. Mit dem Einverständnis von Elisabeth von Matsch, der Witwe des letzten Toggenburgers, schlossen sich die Gerichtsgemeinden Davos, Klosters, Castels, Schiers, St. Peter, Langwies, Churwalden, Belfort, Maienfeld und Malans zum Bündnis der zehn Gerichte zusammen.