Bundesrat hält Sitzung «extra muros» in Estavayer-le-Lac FR ab
Der Bundesrat ist am Mittwoch für seine jährliche Sitzung ausserhalb des Bundeshauses nach Estavayer-le-Lac im Kanton Freiburg gereist. Die Regierung tagte am Vormittag im Schloss Chenaux. Danach mischte sich der Bundesrat unters Volk.
Den Ort für die 21. Sitzung «extra muros», also ausserhalb der Mauern von Bern, hatte Bundespräsident Guy Parmelin gewählt. Diese Sitzungen ausserhalb Berns seien eine fest etablierte Tradition. Sie ermöglichten es, «dorthin zu gehen, wo die Menschen leben» und «direkte Gespräche» mit der Bevölkerung zu führen, betonte Parmelin an einer kurzen Medienkonferenz nach seiner Ankunft in der Stadt.
Der Bundespräsident erklärte, er habe keine besondere Verbindung zum Städtchen, habe aber einer Einladung des Kantons Freiburg zur Organisation dieser Sitzung gerne zugestimmt. In Begleitung des Freiburger Staatsratspräsidenten Philippe Demierre nutzte der Waadtländer die Gelegenheit, um über die «Enklave» auf Waadtländer Boden zu scherzen, die man «zu erobern versuchen» müsse – die Kleinstadt gehört zwar dem Kanton Freiburg an, ist aber vom Kanton Waadt umgeben.
Gestörte Normalität
Parmelin erinnerte sich auch an seine erste ausserhalb des Bundeshauses abgehaltene Sitzung als Bundespräsident im Jahr 2021 in Luzern, als die Covid-Pandemie aktuell war. Der Waadtländer erinnerte sich daran, von einer «Rückkehr zur Normalität» gesprochen zu haben. Eine Normalität, die angesichts der Ereignisse der letzten Monate in der Schweiz und weltweit nicht mehr existiere, räumte er ein.
Der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) rief jedoch zur Widerstandsfähigkeit auf. Als Beispiel nannte er das Schloss Chenaux, das seit seiner Errichtung im Jahr 1284 durch Pierre d'Estavayer immer noch stehe, nachdem es «viele Umwälzungen überstanden» habe.
Nach ihrer Arbeitssitzung begaben sich die Mitglieder des Bundesrats auf die Place de Moudon, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Parmelin nannte dort Freiburg einen «glücklichen Kanton mit einer starken regionalen Identität».