Bundesrat Guy Parmelin will frischen Kräften Platz machen
Bundespräsident Guy Parmelin geht Ende Jahr, nach dannzumal elf Jahren im Bundesrat. Nicht wegen seiner Gesundheit, sondern weil er in unsicheren Zeiten frischen Kräften Platz machen will, wie er sagt.
Sichtlich gelöst und mit dem für ihn so charakteristischen Humor gab der 66-jährige Waadtländer SVP-Politiker am Freitag seinen Rücktritt in Bern vor den Medien bekannt. Rücktrittsgerüchte um ihn gab es schon lange. Immer wieder wurde über seinen Gesundheitszustand spekuliert, sein Rücken mache ihm zu schaffen, hiess es öfters.
«Für und Wider abgewogen»
Mit seiner Gesundheit habe sein Entscheid nichts zu tun, sagte Parmelin nun aber. Er habe seit dem Sommer das Für und Wider eines Abgangs abgewogen, sagte er. «Mein feu sacré war vielleicht nicht mehr derart sacré wie zu Beginn.» In den letzten drei Amtsmonaten warte aber noch viel Arbeit auf ihn.
In unsicheren Zeiten wolle er frischen Kräften Platz machen, sagte Parmelin. «Keiner ist unersetzlich», sagte er. Die Friedhöfe seien voll mit Leuten, die sich für unverzichtbar gehalten hätten.
In diesem Sinn sieht er kein Problem darin, dass Anfang 2027 mit Staatssekretärin Helene Budliger Artieda und ihm zwei Schlüsselfiguren der Schweizer Wirtschaftspolitik gehen. Jede Person mit Leitungsfunktionen habe Stellvertreter. «Auch Frau Budliger und ich».
Seine acht Jahre als Vorsteher des WBF seien «keine ruhige Periode» gewesen, sagte Parmelin und sprach von «multiplen Krisen ab 2020». Er erwähnte dabei die Covid-19-Pandemie, den Krieg in der Ukraine und den Niedergang der Credit Suisse.