Bundesrat bereitet sich auf einen möglichen Anstieg der Fallzahlen vor
Der Bundesrat will aus den Fehlern des Vorjahres lernen und auf einen allfälligen Wiederanstieg der Coronafallzahlen besser vorbereitet sein. Im Sommer 2020 war die epidemiologische Lage ähnlich wie heute. Man fühlte sich in Sicherheit – bis im Herbst die zweite Coronawelle das Land erfasste und überraschte. Das soll sich nicht wiederholen. Der Bundesrat hat am Mittwoch deshalb das weitere Vorgehen beraten.
Sollten die Ansteckungszahlen steigen – zum Beispiel, weil der Anteil nicht geimpfter Personen zu hoch ist oder sich das Wetter ändert –, sieht der Bundesrat drei zentrale Massnahmen vor: die schnelle Erkennung von neuen Virusvarianten, die Erhöhung der Impfbereitschaft und die Vorbereitung der dritten Impfung nach zwölf Monaten.
Sollte eine Virusvariante auftreten, bei der der Impfschutz nicht trägt, müssen laut Bundesrat Anpassungen beim mRNA-Impfstoff vorgenommen werden. Diese würden innerhalb von sechs Monaten möglich sein.
Da in Ländern, in denen die Delta-Variante vorherrschend ist, überdurchschnittlich viele Ansteckungen in Schulen festgestellt werden, werden die Kantone aufgefordert, dass der Schulbetrieb mit repetitiven Tests nach den Ferien aufrechterhalten werden kann.
Im Hinblick auf den Herbst sollen auch die Kapazitäten für die Kontaktverfolgung sichergestellt werden.
Erweiterung der Covid-App im Juli
Schliesslich hat der Bundesrat entschieden, die Swiss-Covid-App per Anfang Juli um eine Check-in-Funktion zu erweitern. Mit der neuen Funktion könne die Kontaktverfolgung gezielt ergänzt werden, teilt der Bundesrat mit.
Das dezentrale System zeichnet keine persönlichen Daten auf und nutzt weder Bluetooth noch GPS. Die Check-in-Funktion soll bei kleineren Veranstaltungen eingesetzt werden – zum Beispiel bei privaten Treffen, Sporttrainings, Chorproben und kleinen Konzerten oder in Sitzungszimmern.