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Schweiz & Welt

Bündner Winzer am Casino-Tisch

Philipp Wyss
06.05.2019, 11:50 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Es sei etwa, wie wenn man sich im Casino am Roulette-Tisch für Rot oder Schwarz entscheiden müsse, sagt Ueli Liesch. Der Präsident des Branchenverbandes Graubünden Wein spricht von den kalten Nächten mit der Frostgefahr. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schaden den Rebtrieben. Erfrieren sie, wachsen sie nur noch teilweise oder nicht mehr nach. Und damit ist die Ernte im Herbst gefährdet.

Vergangene Nacht zündete Liesch die bereitstehenden Kerzen nicht an. In Malans waren die Temperaturen am Montagmorgen mit drei Grad denn auch leicht höher als in der Nacht zuvor. «Aber die nächste Nacht könnte kritisch werden», sagte Liesch auf Anfrage.

Entscheiden, ob die Kerzen angezündet werden oder nicht, will Liesch am Montagnachmittag oder auch erst in der Nacht. Die Kerzen seien teuer. «Aber kein Winzer will am Morgen mit erfrorenen Trieben und nicht angezündeten Kerzen dastehen», so Liesch weiter.

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In Malans und Fläsch hat Liesch Kerzen in den Weinbergen gesehen. Die meisten davon seien noch nicht angezündet worden.

Anders als vor zwei Jahren sind in den bevorstehenden Frostnächten nicht obere, sondern Muldenlagen gefährdet. Ein Winzer aus Fläsch hat denn bei Rebstöcken in tiefen Lagen auch leichte Merkmale von Frost an Blatträndern festgestellt.

Minustemperaturen bei fortgeschrittenem Austrieb bringen Rebtriebe zum Erfrieren. Dadurch kann mehr oder weniger die Ernte vom Herbst schon vor dem Heranwachsen zerstört werden. In den vergangenen vier Jahren kam dies dreimal vor. Bei Temperaturwerten knapp unter dem Gefrierpunkt schützen Winzer die Triebe mit sogenannten Frostkerzen. Diese erhöhen die Temperatur in Bodennähe um einige Grade. Damit können Frostschäden abgewendet werden. Was tolle Bilder gibt, bereitet manch einem Bündner Winzer Existenzsorgen.

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