Ruedi Kälin ist verstorben
Während mehr als 20 Jahren verkaufte Ruedi Kälin das Strassenmagazin «Surprise» in verschiedenen Schweizer Städten, mitunter in Chur vor dem Migros Gäuggeli, dem Coop Quader und am Bahnhof. Nun ist Kälin im Alter von 64 Jahren kurz vor seiner Pensionierung verstorben, wie Zuerich24.ch berichtet. Er sei in seiner Wohnung von einem Freund aufgefunden worden.
Schon seit längerer Zeit habe Kälin gegen Diabetes gekämpft, so das Onlineportal. Im Jahr 2020 habe es bereits einmal nicht gut um ihn gestanden. Eine schwere Infektion habe fast zur Amputation eines Beines geführt.
Aushängeschild von «Surprise»
Kälin war der berühmteste Verkäufer des Strassenmagazins. «Als ‹Surprise›-Verkäufer bist du auch ein wenig ein Clown. Ein Clown, der gute Laune verbreitet und den Menschen zuhört», erzählte Kälin 2018 in einem Interview mit der «Südostschweiz».
Eishockeykarriere beim HCD
Kälin hatte seine ersten Lebensjahre in Davos verbracht, wo er bei seiner Grossmutter lebte. Einige Jahre später zog er zu seinen Eltern nach St. Gallenkappel. In den Siebzigerjahren galt Kälin als hochtalentierter Eishockeygoalie in der Junioren-Elite des HC Davos. Das Leben hatte für ihn jedoch einen anderen Weg vorgesehen. Nach dem Tod seines Vaters beendete er seine Hockeykarriere und suchte Arbeit, um seine schwangere Mutter und seine ältere Schwester finanziell zu unterstützen.
Kälin geriet immer wieder in Schwierigkeiten mit Autoritätspersonen. Schliesslich wurde er sogar obdachlos. Im Jahr 2000 konnte er bei «Surprise» Fuss fassen. Für die NGO wurde er zu einem Aushängeschild. Kälin posierte für Plakate, gab Interviews in Zeitungen und im Fernsehen. Zudem führte er Soziale Stadtrundgänge in Zürich durch. Dabei brachte er Gruppen, Schulklassen und Einzelpersonen an Orte, an denen man sonst achtlos vorbeigeht, und erzählte seine Lebensgeschichte.