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Schweiz und Welt

Bündner Mitteparteien rücken sich näher

Andri Nay (Nan)
07.05.2020, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Es knistert förmlich in der Luft. Sowohl die nationale CVP wie auch die BDP befragen derzeit ihre Wählerbasis zur Zukunft der beiden Parteien. Bei der BDP geht es darum, wie es mit der Partei weitergehen soll. Bei der CVP ist die Frage, ob sie das «C» im Namen aufgeben will. Im Zuge dieser Wählerbefragungen haben sich die nationalen Parteipräsidenten Martin Landolt und Gerhard Pfister gegenseitig angenähert. Sie diskutieren jetzt öffentlich über eine allfällige Fusion der beiden Parteien.

Gespräche finden statt

Ähnliche Gespräche laufen schon seit längerer Zeit auch im Kanton Graubünden, wie Stefan Engler, Präsident der CVP Graubünden, bestätigt. Dies jedoch eher im kleinen, anonymen Rahmen, wie er ausführt. Auch Beno Niggli, Präsident der BDP Graubünden, sagt, dass die BDP mit der CVP eine mögliche gemeinsame Zukunft bespreche. «Wertemässig politisieren wir gleich wie die BDP», sagt Engler. Niggli ist überzeugt: «Die politische Mitte ist systemrelevant. Grundsätzlich müssen wir alle Möglichkeiten prüfen.»

Bei der BDP drängt dabei die Zeit, und deshalb soll bis Ende Jahr feststehen, wie die Zukunft der Partei aussehen soll. Bis dahin plant Parteipräsident Niggli noch «mindestens zwei Delegiertenversammlungen». Die erste könnte schon im Juli stattfinden. Dort soll eine mögliche Fusion in der politischen Mitte thematisiert werden. Falls bis Ende Jahr corona- bedingt keine Versammlungen durchführbar seien, sollen die Parteimitglieder in der Form eines Zirkularbeschlusses schriftlich über die Zukunft der Partei entscheiden können, so Niggli weiter.

CVP lässt sich Zeit

Bei der CVP Graubünden eilt die Entscheidung bezüglich einer Fusion in der politischen Mitte hingegen weniger. Die Christdemokraten warten jetzt erst einmal den Befund der Wählerbefragung und den Entscheid der BDP Graubünden ab, wie Engler erklärt. In nächster Zeit seien bei ihr keine Delegiertenversammlungen angedacht.

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