Bündner Baukartell: Justiz eröffnet Strafuntersuchung
Anfangs September wurde bekannt, dass 12 Bündner Baufirmen von der Wettbewerbskommission (Weko) wegen Preisabsprachen mit einer Busse von total rund 11 Millionen Franken belegt wurden. (Südostschweiz hat berichtet). Jetzt schaltet sich auch die Justiz in den Bauskandal ein. «Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt eröffnet», sagt Staatsanwalt Bruno Ulmi gegenüber der «NZZ am Sonntag».
Die Staatsanwaltschaft beobachte und analysiere schon seit längerer Zeit die Entwicklung rund um das Baukartell. Da nun genug Indizien vorhanden sind und auch erstmals Korruptionsvorwüfe im Raum stünden, hat man sich entschieden eine Strafuntersuchung einzuleiten.
Tiefbauamt-Mitarbeiter profitierten
Auch Mitarbeiter des regionalen und kantonalen Tiefbauamts seien nicht ganz unschuldig, heisst es in der «NZZ am Sonntag» weiter. Kantons und Gemeindeangestellte hätten sich an den Machenschaften beteiligt. Gemäss einer Quelle der Zeitung sei der benötigte Überschuss an Kies und Asphalt für das Errichten von Stützmauern oder Parkplatzbeläge für private Bauherren gebraucht worden. Dabei sei das Material sowohl dem Kanton als auch den Privaten verrechnet worden. Als Gegenleistung soll es für die regionalen Angestellten Übernachtung in Ferienhäusern im Tessin und Italien gegeben haben. Wenn es Einnahmen aus doppelt verrechnetem Material zu verteilen gab, wurde das sogenannte «Feriengeld» den Angestellten gegeben.