Britischer Premierminister Starmer will im Amt bleiben
Der britische Premierminister Keir Starmer will trotz Rücktrittsforderungen im Amt bleiben. Seine Partei habe ein Verfahren zur Absetzung des Vorsitzenden, dieses sei aber nicht eingeleitet worden, sagte Starmer Regierungsangaben zufolge während einer Kabinettssitzung am Morgen.
«Das Land erwartet von uns, dass wir weiterregieren. Genau das tue ich, und genau das müssen wir als Kabinett tun», sagte Starmer demnach. Er übernehme die Verantwortung für die desaströsen Ergebnisse bei den Kommunal- und Parlamentswahlen am vergangenen Donnerstag. «Und ich übernehme die Verantwortung dafür, den Wandel umzusetzen, den wir versprochen haben.»
Starmer war in den vergangenen Stunden massiv unter Druck geraten. Mit Innenministerin Shabana Mahmood und Aussenministerin Yvette Cooper sollen dem 63-Jährigen gleich zwei ranghohe Ministerinnen geraten haben, einen Zeitplan für seinen Rücktritt vorzulegen. Vor der entscheidenden Kabinettssitzung am Vormittag hatten weitere Abgeordnete öffentlich den Rücktritt des Premiers gefordert.
Krisensitzung in der Downing Street
Bereits in der Nacht soll der Premier übereinstimmenden Medien zufolge Teile seines Kabinetts in der Downing Street empfangen haben, darunter Aussenministerin Cooper und Verteidigungsminister John Healey. Schon am Montag hatte der Premier während einer Rede erklärt, im Amt bleiben zu wollen. Er sagte, er wolle es den Zweiflern beweisen.
«Keir Starmer steht vor der grössten Führungskrise seiner Amtszeit als Premierminister», schrieb die Nachrichtenagentur PA am Morgen. Dazu kamen diese weiteren Überschriften in britischen Medien:
«The Sun»: «Starmer steht am Abgrund. Keirs Amtszeit als Premierminister befindet sich im freien Fall.»
«The Telegraph»: «Zeit zu gehen, sagt das Kabinett.»
«The Guardian»: «Starmer steht mit dem Rücken zur Wand, weil Kabinettsminister ihn zum Rücktritt drängen.»