Brandopfern mit psychologischer Hilfe und Liebe zur Seite stehen
Zwei Monate nach der Brandkatastrophe im Walliser Skiort Crans-Montana bekommt die psychologische Betreuung der Opfer eine immer grössere Bedeutung. Für den Genfer Psychotherapeuten Philip Jaffé kann die Liebe der Eltern zu ihren Kindern vielleicht am meisten helfen.
Neben den körperlichen Schmerzen, die sie in der Silvesternacht erlitten haben, müssen die Brandopfer nun auch lernen, die «Blicke der anderen» auszuhalten. Dies gab der Genfer Psychologe und Psychotherapeut Philip Jaffé in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zu bedenken.
Diese Opfer könnten in Zukunft feststellen, dass viele Menschen, denen sie begegnen, ihren Blick abwenden. Auch wenn die plastische Chirurgie enorme Fortschritte gemacht habe, müssten sie damit leben lernen, dass ihr Aussehen nicht mehr das selbe sei wie früher.
Um den Opfern zu helfen, sich wieder aufzubauen, sollte man sich an Fachleute wenden, riet Jaffé. Die psychologische Begleitung müsse in zwei Phasen erfolgen: zunächst im Spital, dann nach der Entlassung der Patienten in monatelanger oder jahrelanger Therapie.
Spiegelbild akzeptieren
In solchen Gesprächen könnten die Brandopfer lernen, mit dem entstellten Körper zu leben, ihn zu akzeptieren und wieder Selbstwertgefühl zu entwickeln, was nicht einfach sei. Auch wenn manche es vorziehen würden, sich nicht im Spiegel anzuschauen, sei der Prozess in der Regel erfolgreich. Er führe zu einer gewissen Versöhnung «mit dem, was man geworden ist».
Für das Umfeld sei es ebenfalls eine grosse Herausforderung, sich langfristig um ein traumatisiertes Kind zu kümmern. Die Angehörigen der Opfer müssten auch eine immense Arbeit an sich selbst leisten, um mit dem Drama, der neuen Situation und der ständigen Erinnerung an das Geschehene, das sie beim Anblick ihres geliebten Menschen überkomme, Frieden zu schliessen, führte Jaffé aus.