Glarner Polizei weiss noch nicht, wem der Koffer gehört
von Ueli Weber und Denise Aepli
Der braune Kunststoffkoffer war mit «Hans» angeschrieben. Viel mehr weiss die Polizei auch heute nicht, zwei Monate nachdem das herrenlose Gepäckstück einen Grosseinsatz in der Glarner Innenstadt am Rathausplatz ausgelöst hatte. Denn weder der ominöse Hans noch sonst jemand hat sich seither bei der Polizei gemeldet und sich als Besitzer des Koffers geoutet.
«Bislang konnte nicht geklärt werden, woher der Koffer stammt und wer ihn weshalb an der Ecke Bankstrasse und Rathausplatz deponiert hat», sagt Daniel Menzi, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus, auf Anfrage der «Glarner Nachrichten».
Ein Passant hatte am Feierabend des 12. August den Koffer bemerkt und die Polizei gerufen. Eine Patrouille sah sich den Koffer genauer an, der in der Nähe des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV auf dem Trottoir lag. Weil die Polizisten «eine unklare Situation» vorfanden, wie es Polizeisprecher Daniel Menzi damals formulierte, wurde ein Grossalarm ausgelöst.
Die Feuerwehr und die Polizei sperrten darauf den Fundort im Umkreis von 200 Metern ab. Der Verkehr wurde von der Hauptstrasse auf die Burgstrasse umgeleitet. Von Zürich her rückten Sprengstoffspezialisten des Forensischen Instituts an. Sie brachten einen sechsrädrigen Roboter mit, der sich ferngesteuert dem Koffer nähern und diesen untersuchen sollte.
Roboter gibt Entwarnung
Der Roboter rollte an den Koffer heran und röntgte ihn. Auf ihrem Bildschirm sahen die Sprengstoffspezialisten, dass der Koffer leer war. Nach gut dreieinhalb Stunden gab es Entwarnung und die Feuerwehr baute die Absperrungen in der Innenstadt wieder ab.
Ob der Besitzer oder die Besitzerin des Koffers für den dreistündigen Polizeieinsatz bezahlen müsse, komme auf die Umstände an, erklärte Polizeisprecher Daniel Menzi am Tag nach dem Alarm. Dass sich die Person noch von sich aus meldet, dürfte mittlerweile aber eher unwahrscheinlich sein.