Schuften in Filzbach: Bobpilot Michael Vogt will im Gesamtweltcup aufs Podest
von Olaf Schürmann
Er habe erst einmal eine Woche lange nichts gemacht, erzählt Michael Vogt, angesprochen auf die Zeit nach dem Saisonende. Nach erfolgreichen letzten Wettkämpfen – Rang 3 im Zweierbob beim Weltcup im lettischen Sigulda und Doppelgold an den Schweizer Meisterschaften in St. Moritz – absolvierte der 25-Jährige aus dem schwyzerischen Wangen im Frühling noch Trainingsfahrten im französischen La Plagne und nahm am Entwicklungsprogramm des internationalen Bobverbandes teil. Nach einer Woche Entspannung zu Hause ging es dann bereits wieder los mit der Saisonvorbereitung.
Acht, neun Wochen lang standen vor allem Kraft- und Grundlageneinheiten an. «Damit man später wieder mit den schwereren Gewichten trainieren kann», wie der beste Schweizer Bobpilot erklärt. Auch Sprinttrainings gehörten zur ersten Etappe.
Fitnesstraining auf Bali
Danach ging es in die Ferien. Sechs Wochen Bali mit Freundin Melanie Hasler, der besten Schweizer Bobfahrerin, waren angesagt. Aber auch dort wurde nicht «nichts gemacht», wie Vogt betont. Doch wie trainiert man auf Bali? «Cross-Fit-Studios findet man auf der ganzen Insel. Wir haben in einem Studio für einen Franken trainieren können», erzählt Vogt schmunzelnd. «Auch wenn wir nicht jeden Tag trainiert haben, waren wir zumindest surfen, schwimmen und haben uns sehr viel bewegt.» Und es gab dann auch Ferientage, da wurde lange geschlafen und die restliche Zeit am Strand verbracht. Mit Buch? «Eher nicht.» Leute beobachten und Landschaft geniessen seien eher sein Ding.
Seit der Rückkehr in die Heimat dreht sich ins Michael Vogts Leben praktisch alles um das Spitzensport-Zentrum On Your Marks (OYM) in Cham und die Anstossbahn in Filzbach, die neben jenen in Andermatt und Silvaplana zu den modernsten der Schweiz gehört.
Einmal in der Woche trifft sich Vogt mit seinen Teamkollegen in Filzbach, dann ist Team-Anschieben angesagt. «Den Termin können nicht immer alle einhalten, dann schieben wir halt zu dritt an, das ist kein Problem», sagt er. Ganz allein hat er das Trainingsgefährt auch schon angeschoben. Das klappt auch, da man die Technik auch gut allein üben kann. Aber die Trainings mit dem Team sind schon das Highlight der Woche, die machen am meisten Spass.