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Schweiz und Welt

Investoren versprechen mit Bloom ein blühendes Quartier

Pascal Büsser
07.04.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Dem Citycenter im Rapperswiler Zentrum ergeht es wie praktisch allen Grossprojekten in der Stadt – er stösst auf Widerstand in Form von Einsprachen und Rekursen (die Linth-Zeitung berichtete).

Nun versuchen die Investoren mit einem Verfahrenskniff sowie einer Informations- und Charmeoffensive, die Blockade für das 140-Millionen-Projekt zu lösen. Auf der Projekt-Website sind ab Dienstag zwei Videos aufgeschaltet. Ein eher nüchternes, das Erklärungen zum Sondernutzungsplan liefert. Und ein mit Stimmungsmusik unterlegtes, in dem die Architektin, die Projektleiterin, Fabian Villiger als Vertreter der Investorenfamilie sowie der städtische Bauchef Thomas Furrer die Qualitäten des Projekts anpreisen.

Villiger erklärt im Video auch den Namenswechsel. «Unter Citycenter stellt man sich ein grosses Einkaufszentrum vor. Das wollen wir gar nicht realisieren», sagt er. «Wir wollen ein Quartier entstehen lassen, es soll etwas aufblühen.» Bloom heisst auf Deutsch Blüte oder blühen.

Mehr Wohnen, weniger Gewerbe

Unterlegt werden die blumig formulierten Visionen mit dem Hinweis, dass 75 Prozent der Nutzfläche der geplanten Überbauung für Wohnen reserviert seien. Gegenüber der ersten Planung ist der Wohnanteil inzwischen erhöht, jener der publikumsintensiven Nutzungen reduziert worden. Flächen für Gewerbenutzungen, Gastronomie, Food und Detailhandel sind nach wie vor in den Erdgeschossen geplant, darüber auch einige Büroflächen. Die Wohnungen sind in den oberen Geschossen vorgesehen.

Insgesamt sind 110 Wohnungen geplant, 32 davon in einem eigenen Gebäude der Saweka AG östlich des Hauptkomplexes. Sie verfügen über 2,5 bis 4,5 Zimmer. Villiger spricht von modernem, städtischem Wohnen, teils mit begrünten Dachterrassen. Die Mieten sollen marktüblich sein. Aufgrund der Zentrumslage also eher hoch.

Am südlichen Ende der Überbauung ist ein öffentlicher Spiel- und Aufenthaltsbereich geplant. Südlich des Saweka Gebäudes an der Merkurstrasse ein kleiner parkartiger Grünbereich. Cafés sollen Aussensitzplätze bieten.

Die Erschliessung erfolgt hauptsächlich von Süden her über die Güterstrasse. Rund 15 Prozent der Zufahrten werden von der Neuen Jonastrasse her erwartet. Wunsch von Investoren und Stadt ist es, diese Zufahrt später zu begrenzen oder zu sperren, um die Aufenthaltsqualität entlang des oberen Teils der Tiefenaustrasse zu steigern.

Die Parkhauseinfahrt bleibt, wo die heutige des Manor-Parkhauses ist. Die Zahl der Autoparkplätze im Planungsgebiet steigt trotz der 110 Wohnungen und der zusätzlichen Gewerbenutzungen laut Villiger bloss um total 40. Sie sind neu fast alle unterirdisch. 80 Prozent des Energiebedarfs der Überbauung sollen über eine Erdsonde, der Rest mit Erdgas abdeckt werden.

Viele Dokumente auf der Website

Neben den Videos sind auch diverse Planungsunterlagen und Gutachten auf der Website aufgeschaltet. «Wir sind extrem transparent», sagt Villiger. Die Informationsoffensive ist auch dem neuen Planungs- und Baugesetz (PBG) geschuldet. Dieses sieht einen Mitwirkungsprozess vor. Bis 28. April kann jedermann Rückmeldungen zum Projekt geben. Villiger verspricht, alle zu beantworten. «Wir wollen den Puls der Bevölkerung spüren», sagt er. Ein geplanter Infoabend musste wegen der Coronakrise abgesagt werden.

Noch vor den Sommerferien sollen der neue, an das PBG angepasste Sondernutzungsplan sowie das Bauprojekt öffentlich aufgelegt werden. Den alten Sondernutzungsplan mit drei hängigen Rekursen haben die Investoren sistiert. Gegen den neuen müssten Projektkritiker neu einsprechen. Villiger hofft, dass es dank der Informationsoffensive nicht dazu kommt.

Videos und Planungsdokumente finden sich unter: www.citycenter-rapperswil.ch

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