Blockade am Golf treibt Hunger und Armut weltweit an
Mehrere Staaten und Organisationen zeigen sich sehr besorgt über die schwerwiegenden Auswirkungen der Blockade der Strasse von Hormus auf den Globalen Süden.
Die Störungen der Lieferketten «haben bestehende Krisen verschärft, indem sie den Zugang zu wichtigen Lieferungen eingeschränkt haben, die für die Herstellung von Düngemitteln erforderlich sind, und zugleich die Preise in die Höhe getrieben», heisst es in einer auf der Hamburg Sustainabiliy Conference (HSC) vorgestellten gemeinsamen Erklärung. Besonders betroffen seien Nettoimporteure von Nahrungsmitteln und Energie.
Initiiert von Deutschland, Sierra Leone und Grossbritannien
Initiiert wurde die Erklärung nach Angaben des deutschen Entwicklungsministeriums von der Ministerin Reem Alabali Radovan, sowie vom Vizepräsident von Sierra Leone, Mohamed Juldeh Jalloh, und der britischen Staatsministerin für Internationale Zusammenarbeit, Jennifer Chapman. Ebenfalls dabei sei der Leiter des UN-Entwicklungsprogramms, der Belgier Alexander de Croo.
Mit dem Begriff Globaler Süden sind meist Länder in Lateinamerika, Afrika, im Nahen und Mittleren Osten und in Asien gemeint.
Die Blockade der Meerenge von Hormus im Zuge des Iran-Konflikts hat den Angaben zufolge Hunger und Instabilität bereits jetzt weltweit verschärft. Prognosen zufolge drohe bis zu 45 Millionen Menschen, neu von Hunger betroffen zu sein; mehr als 30 Millionen könnten in extreme Armut abrutschen. Klimaphänomene wie El Niño, der die Folgen des menschengemachten Klimawandels vor allem auf der Südhalbkugel verschärft, verstärkten diese Effekte.
Strukturelle Verwundbarkeiten und Abhängigkeiten verringern
«Die aktuelle Lage unterstreicht die dringende Notwendigkeit, strukturelle Verwundbarkeiten und Abhängigkeiten zu verringern, widerstandsfähige Ernährungssysteme zu stärken und die globale Ernährungssicherheit als globales öffentliches Gut zu schützen», heisst es in der Erklärung.