Blitzgefährliche und hagelträchtige Unwetter
von Markus Feltscher, Direktor der Gebäudeversicherung Graubünden
Rund 200 000 Blitze gibt es in der Schweiz pro Jahr, davon verursachen rund 10 000 Gebäudeschäden mit Kosten von durchschnittlich 13 Mio. Franken im Jahr. Hagelschäden sind in der Schweiz der grösste Gebäudeschadenverursacher mit durchschnittlich 75 Mio. Franken pro Jahr. In Graubünden gibt es etwas weniger Hagel, vornehmlich nur in den Südtälern und in Nordbünden.
Viele Blitze, aber auch Hagel gab es im Rahmen des Unwetters «Bernd». In den ersten zwei Juliwochen wurden der Gebäudeversicherung Graubünden 30 Blitzschäden mit einer ungefähren Schadensumme von 200 000 Franken gemeldet. An heissen Sommertagen steigt die Gefahr von Gewittern mit Blitzschlag und Hagel. Trifft ein Blitz ein Gebäude, kann dieses sofort zu brennen beginnen, und es können Bauteile herumfliegen, welche allenfalls Menschen und Tiere treffen.
Hagel- und Blitzschäden vermeiden
Hagelschäden an der Gebäudehülle können durch Verwendung von widerstandsfähigen Baumaterialien und mit regelmässigem Unterhalt gemindert werden. Das Wichtigste ist aber das Hochziehen von Storen und Sonnenstoren. Fenster sind viel widerstandsfähiger als Storen. Wer die Wetteralarm-App (www.wetteralarm.ch) installiert hat, wird entsprechend für seine Region vorgewarnt. Gegen direkten Blitzschlag an Gebäuden kann man sich mit einer Blitzschutzanlage schützen. Ein Einschlag kann damit zwar nicht verhindert werden, das Schadenpotenzial hingegen wird nachweislich kleiner. Der Einbau einer solchen Anlage ist nur für besonders gefährdete Bauten vorgeschrieben. Solche sind z. B. sehr exponierte Gebäude, Hochhäuser, Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Hotels, Bauten mit grossen Personenansammlungen und grosse landwirtschaftliche Betriebe.