Bivio: Eine Anzeige gegen die Sportanlagen eröffnet neues Kapitel
Wer in Bivio Ski fahren will, muss auf dem Weg zur Talstation der Bergbahnen einen Umweg in Kauf nehmen. Ansonsten kann er gebüsst werden, wie auf der Anfang Winter aufgestellten Verbots-Tafel zu lesen ist. Der Grund: Jahrzehntelang erhielten die Besitzer des Wegs dafür, dass die Wintersportler den Weg benutzen dürfen, eine Entschädigung in Form von Jahresabonnements. Seit dem Winter 2017/18 werden die Abos jedoch nicht mehr abgegeben.
«Wir wollen endlich Altlasten abwerfen», sagt Fridolin Vögeli, Verwaltungsratspräsident der Bivio Sportanlagen AG. Die Vereinbarung zwischen den Sportanlagen und den Besitzern des Wegstücks sei sehr alt. «Anscheinend existiert eine schriftliche Vereinbarung. Obwohl wir diese gerne sehen möchten, haben sie uns die Wegbesitzer noch nicht gezeigt.»
Wieviel Wert hat der Weg?
Vögeli ärgert sich. Einerseits, weil die Bivio Sportanlagen AG jetzt eine Anzeige am Hals hat, andererseits, weil er sich mit alten Geschichten herumschlagen muss. «Leider verpasste man es vor vielen Jahren, die Benutzung des Weges vertraglich zu regeln. Es ist jetzt Aufgabe der Gemeinde, das Durchgangsrecht zu regeln.» Was Vögeli möchte, ist klar: «Wir haben die Sportanlagen aufgebaut und eine Schneesportschule erfolgreich zum Laufen gebracht. Und irgendwann möchten wir einen geregelten Betrieb ohne Altlasten an unsere Nachfolger übergeben.»
Aber wäre es nicht eine kleine Sache, weiterhin die vier Gratis-Abos abzugeben? «Wir haben jahrzehntelang diese Abos verschenkt. Mit diesen Zehntausenden von Franken hätten wir vermutlich auch den Weg kaufen können», sagt Vögeli dazu.
Am Montag habe er eine Anzeige der Besitzerfamilie erhalten. Am 30. Dezember 2018 um 9.01 Uhr habe sich jemand von den Sportanlagen unbefugter Weise auf dem Wegstück aufgehalten. Eine Busse von 150 Franken zuzüglich Bearbeitungsgebühren müssten diese nun bezahlen. «Das werden wir nicht tun», sagt Vögeli ruhig. «Wir erheben schriftlichen Einspruch.» Aufgeben werde er nicht so schnell. «Ich bleibe ruhig und hart in der Sache. Wir haben das aufgegleist, jetzt werden wir das auch weiterziehen.»