Besorgte junge Menschen suchen Hilfe bei KI
Kinder und Jugendliche blicken mit Sorgen auf die Welt und in die Zukunft. Das hat die zweite Jugendstudie von Pro Juventute ergeben. Ihr zufolge stehen junge Migrantinnen unter besonders starker Belastung.
Mit 88 Prozent gab eine grosse Mehrheit der befragten jungen Menschen an, sich psychisch wohlzufühlen, wie die Schweizer Stiftung am Montag mitteilte. Gleichzeitig bestätigten sich die Befunde der ersten Jugendstudie, wonach sich zum Zeitpunkt der Befragung ein Zehntel in psychotherapeutischer Behandlung befand.
Stress in der Schule und der Ausbildung löste erneut am meisten Druck aus. Gegenüber der ersten Erhebung von 2024 sorgten sich die Befragten zunehmend wegen ihrer beruflichen Zukunft. Ein Drittel gab an, von der Schule und in der Ausbildung nicht gut auf das Leben vorbereitet worden zu sein.
Ebenfalls stark zugenommen hätten Sorgen wegen Kriegen: Vierzig Prozent fühlten sich dadurch belastet. Bei der ersten Befragung lag der Anteil noch bei 25 Prozent.
Migrantinnen besonders unter Druck
Gemäss der Studie geht es Mädchen und Frauen deutlich schlechter als männlichen Befragten: Sie seien stärker von Stress und Sorgen wegen der eigenen Zukunft und globaler Entwicklungen betroffen. Dabei würden sie häufiger über ihre Probleme sprechen als männliche Befragte.
Grosse Unterschiede zeigten sich auch zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Befragten, deren beide Elternteile aus der Schweiz stammen. Erstere litten stärker unter Druck in der Schule und zu Hause und berichteten häufiger von Geld- und Zukunftssorgen. Auch von Diskriminierung waren Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger betroffen.
Hälfte hat Mühe, das Handy wegzulegen
Gleichzeitig gaben weniger Junge an, eigene Probleme selbst lösen zu können. Bei Problemen gab jede zehnte befragte Person an, sich für Hilfe an eine Künstliche Intelligenz zu wenden. Ähnlich viele von ihnen suchten Unterstützung bei Fachstellen und Beratungsangeboten.