Besetzer des Zürcher Lindenhofs hinterlassen 2,2 Tonnen Abfall
Die Besetzerinnen und Besetzer des Lindenhofs in Zürich haben 2,2 Tonnen Abfall hinterlassen. Die Entfernung von Sprayereien dürfte bis zu 40'000 Franken kosten. Wer für die Besetzung am letzten Augustwochenende verantwortlich war, weiss der Stadtrat nicht.
23 Lärmklagen gingen damals bei der Polizei ein, wie der Stadtrat in einer Antwort auf eine dringliche schriftliche Anfrage aus dem Stadtparlament schreibt. Daraufhin hätten die ausgerückten Einsatzkräfte den Lindenhof zuerst abgesperrt. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit habe es aber keine polizeiliche Intervention gegen die Veranstaltung und keine Personenkontrollen gegeben. «Bussen wegen Lärmbelästigung wurden nicht ausgestellt», heisst es weiter.
Von den Sprayereien seien einige private Eigentümer betroffen, viele hätten aber noch keine Strafanzeige gestellt. Diese müsste sich wohl gegen Unbekannt richten, denn «die verantwortlichen Personen hinter der Besetzung sind der Stadt nicht namentlich bekannt». Eine Rechnungsstellung sei nicht möglich. Die Stadt rechnet auch mit einer Schädigung der historischen Bausubstanz bei der Entfernung von Graffiti bei einigen denkmalgeschützten Häusern.
Keine Jugendschutzkontrollen
Die 30 unterzeichnenden Ratsmitglieder um Martina Zürcher (FDP) und Karin Weyermann (Mitte) stellten auch Fragen zum «Postsquat», der geduldeten Besetzung eines ehemaligen Postgebäudes in Wipkingen. Dieses gehört seit dem 1. Mai 2026 der Stadt Zürich. Unter anderem sollte der Stadtrat sagen, wie es um Brandschutzkontrollen und den Jugendschutz steht.
Letzterer wird nicht kontrolliert. «Ob und an wen alkoholhaltige Getränke abgegeben oder verkauft werden, ist nicht bekannt», heisst es in der Antwort. Für die Post Wipkingen sei kein Gastwirtschaftspatent beantragt worden. Wirten ohne Patent wäre zwar eine Übertretung, doch «das notwendige Polizeiaufgebot für eine sicher durchführbare Kontrolle steht in keinem Verhältnis zum möglichen Delikt».