Beschuldigter gesteht Tötungsdelikt von Gachnang TG
Ein 51-jähriger Mann hat am Donnerstag vor dem Bezirksgericht in Frauenfeld zugegeben, seinen Vater mit zwei Messern getötet zu haben. Während die Staatsanwaltschaft von Mord ausgeht, plädierte die Verteidigung maximal auf vorsätzliche Tötung.
«Mein Mandant fühlte sich angegriffen und meinte, sich verteidigen zu müssen», sagte der Verteidiger des 51-jährigen Mannes am Donnerstagnachmittag vor dem Bezirksgericht Frauenfeld. Diesem wird vorgeworfen, vor über zwei Jahren seinen Vater in dessen Zuhause in Gachnang TG erstochen zu haben. Anschliessend soll er ihm «teilnahmslos» beim Sterben zugesehen haben, heisst es in der Anklageschrift.
Zu Prozessbeginn hatte sich zunächst der Beschuldigte geäussert. Die Messerstiche auf seinen Vater in einer Nacht Ende November 2023 stritt er nicht ab. «Ich habe panische Angst um mein Leben bekommen wegen meiner Schizophrenie. Darum habe ich die Messer gezogen, die ich mitgenommen habe, und fing an, ihn abzustechen», so der Beschuldigte.
Der Tat sei ein Streit zwischen ihm und seinem Vater vorausgegangen. «Ich habe meinen Vater nach einem Erbvorbezug für eine Eigentumswohnung gefragt», sagte der 51-Jährige. Dieser habe abgelehnt, ihn erniedrigt und sogar geschubst, weshalb die Situation eskaliert sei.
Beschuldigter spricht von Missbrauch
Der 51-Jährige sagte zudem, dass ihn sein Vater als Kind missbraucht habe. «Ich befürchtete, dass er mich wieder missbraucht und sogar umbringt.» Stimmen im Kopf hätten ihm dies gesagt.
Die Tat bereue er. «Wenn ich in der Zeit zurückreisen und mich aufhalten könnte, dann würde ich das machen», so der Beschuldigte.
«Das ist skrupellos. Das ist Mord», führte die Staatsanwältin während ihres anschliessenden Plädoyers aus. «Der Körper des Opfers wies mindestens 24 Stich- und Schnittverletzungen auf.» Der Beschuldigte habe viel Kraft aufgewendet. «Die ganze Speiseröhre und der ganze Brustkorb wurden durchstochen.» Das Opfer habe «Höllenqualen» durchlitten.