Bencic sucht ihre Form von Anfang Jahr
Carlos Alcaraz ist dieses Jahr nach zwölf Spielen ungeschlagen und will die Serie beim Masters-1000-Turnier in Indian Wells fortsetzen. Belinda Bencic strebt in Kalifornien einen kleinen Neustart an.
Glück im Unglück, werden sich die Tennis-Tross' der Männer und Frauen sagen, dass sie ihre wichtigen Turniere im Nahen Osten gerade noch rechtzeitig vor dem Ausbruch des Krieges um den Iran unter Dach und Fach gebracht haben. Nachdem auch noch Daniil Medwedew, am Samstag Sieger des Turniers in Dubai, und der Halbfinalist Andrej Rublew via Oman und Istanbul nach Kalifornien reisen konnten, dürfte dem geregelten Ablauf des ersten Masters-1000-Events der Saison nichts mehr im Weg stehen. Alle gesetzten Spieler beginnen das Turnier nach einem Freilos frühestens am Freitag.
Belinda Bencic war vom Reisechaos nicht betroffen, das Frauenturnier in Dubai ging eine Woche früher zu Ende – und war für die kommende Woche 28 Jahre alt werdende Ostschweizerin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Olympiasiegerin von 2021 war mitten in der Saison zu einem kleinen Reset gezwungen. In Abu Dhabi konnte sie ihren Sieg vom letzten Jahr – dem ersten als junge Mutter – nicht wiederholen und rutschte deshalb wieder aus den Top Ten. Sie war kurz vor Turnierstart krank geworden.
Suche nach dem verlorenen Vertrauen
«Es ist schon irgendwie verrückt», meinte sie zehn Tage später in Dubai. «Wie schnell man das Vertrauen verliert, und wie lange es danach dauert, bis man es zurück hat.» Im Emirat dürfte sie sich mit zwei Siegen und der Dreisatz-Niederlage im Achtelfinal gegen Jelina Switolina ein besseres Gefühl zurückgeholt haben.
Jahresübergreifend hatte Bencic ab dem Turniersieg in Tokio Ende Oktober 18 Siege in Folge aneinandergereiht, mit dem überraschend Out in der 2. Runde des Australian Open war der gute Lauf aber ins Stocken gekommen und mit der Erkrankung in Abu Dhabi endgültig gestoppt worden. Indian Wells scheint nun ein gutes Pflaster zu sein, um wieder vollständig in die Spur zu finden. Im letzten Jahr – nur elf Monate nach der Geburt von Tochter Bella – erreichte sie als Wild-Card-Empfängerin nach drei Siegen gegen Top-20-Spielerinnen die Viertelfinals, 2019 stand sie sogar im Halbfinal. Nun startet sie am Freitag oder Samstag gegen die Polin Magdalena Frech (WTA 36) oder die australische Qualifikantin Storm Sanders (WTA 234).