Bei GKB-Millionenkläger handelt es sich um Investor Remo Stoffel
Hinter der Klage über mehrere 100 Millionen Franken gegen die Graubündner Kantonalbank (GKB) und deren Tochter BZ Bank steht der Bündner Investor Remo Stoffel.
Eine Sprecherin der Priora Suisse, der Gesellschaft von Stoffel, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP die «Einreichung eines Schlichtungsgesuchs im Zusammenhang mit einer Schadenersatzklage».
Die Klage richte sich gegen die BZ/GKB im Zusammenhang mit der Ausgabe von Stimmrechtsaktien bei der United Machining Solutions AG vom Januar 2024, teilte die Sprecherin am Dienstag mit. Bei dieser Kapitalerhöhung habe die BZ/GKB als Vermögensverwalterin auf die Ausübung von Bezugsrechten verzichtet, zum Nachteil der bestehenden Investoren – darunter auch Stoffel.
Zuvor hatte das Online-Portal «Tippinpoint» darüber berichtet. «Die Angelegenheit ist Gegenstand laufender Verfahren. Wir werden uns dazu nicht weiter äussern», heisst es in der Stellungnahme der Priora Suisse weiter. Auch die GKB wollte am Dienstag keinen weiteren Kommentar abgeben. Sie weist die Vorwürfe nach wie vor «entschieden zurück», wie ein Sprecher bekräftigte.
Verkauf von «Machining Solutions»
Die Graubündner Kantonalbank hatte am Montag mitgeteilt, dass sie sich gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft BZ Bank Aktiengesellschaft mit einer Klage über mehrere hundert Millionen Franken konfrontiert sehe. Der Kläger werfe den Parteien Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit einer Kundenbeziehung und einem Anlageprodukt vor und fordere einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, hiess es in der Mitteilung.
Die BZ Bank stand über viele Jahre im Besitz des bekannten Investors Martin Ebner. 2022 kaufte die GKB ihm die Mehrheit an dem Finanzinstitut ab. Seit Anfang 2025 ist sie die alleinige Besitzerin. Ebner machte mit dem Verkauf der BZ Bank den letzten Schritt in seiner Nachfolgeplanung.
Die mehrheitlich im Besitz von Ebners Patinex AG stehende United Grinding Group hatte 2024 die Sparte «Machining Solutions» des Schaffhauser Industriekonzerns Georg Fischer übernommen. Im Zuge der Transaktion wurde die neue Gruppe in «United Machining Solutions» (UMS) umfirmiert. Sie gehört nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar zu den grössten Werkzeugmaschinenherstellern weltweit.