Bei der Modernisierung des Gebäudeparks auf alle Baustoffe abstützen
von Martin Maniera, Ökonom und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Politik beim Schweizerischen Baumeisterverband
Als Grundlage für diese Arbeit haben verschiedene Baubranchenverbände im letzten Jahr eine Baumaterialstudie veröffentlicht. Diese zeigt im Direktvergleich die verbauten Volumina und deren zeitliche Entwicklung auf. Die klassischen Baustoffe wie Backsteine, Zement, Beton und Stahl erreichen einen Marktanteil von rund 95 Prozent. Dieser Wert ist in der vergangenen Dekade äusserst stabil geblieben. Holz konnte seinen Anteil in den letzten zehn Jahren von 4,4 auf nun 5,3 Prozent ausweiten.
Diese Marktentwicklungen verlaufen sehr graduell. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Materialmix auch Mitte des Jahrhunderts in etwa gleich aussehen wird. Dem nachhaltigen Bauen ist somit nicht geholfen, wenn ein Baumaterial durch politische Aktivitäten gegen das andere ausgespielt wird. Stattdessen liegt der Schlüssel darin, die jeweiligen Vorzüge der Baustoffe miteinander zu kombinieren.
Baumaterialien sinnvoll kombinieren
Holz – insbesondere solches aus einheimischem Wald – hat als nachwachsender Rohstoff grosse Vorteile und wird schon heute mit Ziegeln, Beton und Stahl kombiniert. Die Temperaturen dürften in den nächsten Jahren jedoch steigen, daher gewinnt die Kühlung zunehmend an Bedeutung. So könnte die Kühlung von Gebäuden bald mehr Energie benötigen als ihr Heizen im Winter. Baustoffe wie Backstein und Beton haben ideale energetische Eigenschaften für den sommerlichen Wärmeschutz. Gebäude werden sich darum weniger stark aufwärmen wie bei anderen Materialien, entsprechend weniger Energie benötigt es für die Kühlung.
Die Materialien des Massivbaus werden zu einem hohen Grad im Inland produziert. Dies erspart lange Transportwege und damit CO2-Emissionen. Es wird viel Forschung betrieben, um das Baumaterial weiterzuentwickeln. Derzeit wird beispielsweise an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ein Zement entwickelt, welcher durch einen tieferen Klinkeranteil mit deutlich weniger Energie produziert werden kann. Eines von vielen Beispielen, wie wichtig der technische Fortschritt für das nachhaltige Bauen ist.