Bei Bayern dreht sich fast alles um Harry Kane
Auf diese ganz grossen Fussballabende mussten Vincent Kompany und die Bayern ein Jahr lang warten. Jetzt sind sie da: Einen grösseren Gegner als Real Madrid und eine grössere Bühne als das Estadio Santiago Bernabéu könnte sich Kompany (39) für sein 100. Pflichtspiel als Bayern-Trainer nicht wünschen.
Real gegen Bayern – ein episches Gigantentreffen in Europa. «Real Madrid ist der beste Verein in der Geschichte der Champions League. Darum ist das eine schöne Aufgabe», sagte Kompany zur Viertelfinal-Kraftprobe mit dem Rekordsieger. Und Bayern München fühlt sich bereit. «Mehr positives Gefühl, um nach Madrid zu fahren, geht gar nicht», frohlockte Sportvorstand Max Eberl nach dem famosen 3:2-Comeback-Sieg am Ostersamstag in Freiburg.
Kompany bietet sich nun endlich die Chance, die bitteren Erinnerungen an das Viertelfinal-Out gegen Inter Mailand zu löschen, die ihn zwölf Monate lang verfolgten. Vor einem Jahr fehlten ihm «neun verletzte Spieler», wie er seither immer wieder wie ein Mantra wiederholte. «Es geht um Details im Fussball. Und um Qualität – und das heisst, die Topspieler zur Verfügung zu haben», erklärte der Belgier.
Kane trainierte vor Abflug
Sorgen hat Kane auch jetzt wieder. Harry Kane schlägt sich mit Problemen am Sprunggelenk herum. Spielt er? Oder spielt er noch nicht? Vor dem Abflug der Bayern nach Spanien gab es positive Signale: Kane stand im Abschlusstraining auf dem Rasen. Er trainierte mit. «Natürlich sind wir besser, wenn Harry (Kane) dabei ist», so Kompany.
«Selbst wenn er noch ein bisschen Schmerzen hat, wird er sich auf den Platz schleppen», glaubt Joshua Kimmich. Kein Kane in Freiburg, das geht. Kein Kane in Madrid, geht das auch? Mit zehn Toren ist der Engländer der zweitbeste Königsklassen-Schütze der laufenden Spielzeit; nur Real-Star Kylian Mbappé traf noch häufiger, nämlich 13 Mal.
Womöglich hat der emotionale Sieg in Freiburg, bei dem die Youngster Tom Bischof und Lennart Karl mit ihren Toren vom 0:2 zum 3:2 trafen, zu Kanes schneller Genesung beigetragen. «Wow, wow, wow. Was für ein Comeback. Was für eine Einstellung», schwärmte der daheim gebliebene Zuschauer Kane danach in einem selbst aufgenommenen Video. Er liebe dieses Team.