Behörden finden bisher kein Mittel gegen Autoposer
Wie können die Autoposer mit den knallenden Auspuffen und hochtourig laufenden Motoren gestoppt werden? Der Bund hat alle möglichen Massnahmen evaluiert. Empfohlen werden nun Lärmdisplays. Nach Pilotversuchen wird deren Wirksamkeit bezweifelt.
Autoposer drehen ihre Runden in den meisten grösseren Ostschweizer Gemeinden. Besonders auffällig sind sie in den Sommermonaten beispielsweise in St. Gallen, Romanshorn, Rorschach oder Wil. Anwohnerinnen und Anwohner fordern regelmässig Massnahmen gegen die Lenker, die in zu niedrigen Gängen, mit hochdrehenden Motoren und knallenden Auspuffen Runde um Runde drehen.
Das Thema beschäftigt auch die Politik in Bern. Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats hat in einer Motion Massnahmen zur wirksamen Reduktion übermässigen Lärms verlangt. Der Bundesrat liess daraufhin die Wirksamkeit von sogenannten «Lärmblitzern» im Detail untersuchen. Das Ergebnis ist ein 46-seitiger Bericht des Bundesamts für Strassen (Astra).
Das Fazit: Nach der Abwägung aller Vor- und Nachteile erweise sich die Variante «Nudging» zur Sensibilisierung der Fahrzeuglenker als am besten geeignet. Nudging? Damit ist eine Methode der Verhaltensökonomie gemeint. Die Menschen sollen durch sanfte «Schubser» dazu gebracht werden, ihr Verhalten zu ändern.
Ein Smiley auf dem Monitor
Konkret schlägt das Astra den Einsatz von Lärmdisplays vor. Das sind Tafeln mit Monitoren am Strassenrand, die einen Smiley zeigen, wenn die Geschwindigkeit bei Tempo 30 eingehalten wird. Alle anderen Massnahmen stünden «derzeit nicht in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis».
Was aber spricht gegen «Lärmblitzer» analog zu Radargeräten, die bei zu hohem Tempo das Auto fotografieren? Geschwindigkeitskontrollen seien einfach, heisst es im Bericht. Wenn die signalisierte Höchstgeschwindigkeit überschritten werde, gebe es eine Busse. Hingegen fehle «ein allgemeiner Geräuschgrenzwert». Im Gesetz stehe nur, dass vermeidbarer Lärm verboten ist.