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Schweiz und Welt

Bedrohungsmanagement für langfristige Lösungen ohne Gewalt

Südostschweiz
16.11.2022, 11:35 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Das Kantonale Bedrohungsmanagement (KBM) beschränkt sich nicht nur auf häusliche Gewalt und Stalking, sondern richtet sich gegen alle Formen von Gewalt (insbesondere Drohungen gegen Schulen, gegen die Verwaltung oder andere Institutionen sowie den gewalttätigen Extremismus und die Radikalisierung). Laut einer Mitteilung des kantonalen Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit verfolge das KBM eine vorausschauende, analytische und handlungsorientierte Arbeitsweise und im Weiteren den Schutz von Gewaltbetroffenen. Es hat auch eine Beratungsfunktion und soll Gewaltbetroffene, Mitarbeitende von Behörden und Institutionen sowie Fachpersonen befähigen, mit aggressiv-bedrohlichen und latent gefährlichen Personen umzugehen.

Prävention bei allen Formen von Gewalt

Ziel des Kantonalen Bedrohungsmanagements ist es, gefährliche Entwicklungen von Personen frühzeitig wahrzunehmen, zu beurteilen und allenfalls dagegen zu intervenieren, wie es in der Mitteilung heisst. Zudem sollen Gewaltbetroffene, Zielpersonen und Zielinstitutionen geschützt werden. «Besteht ein erhöhtes Risiko für eine Gewalttat, soll diese über das KBM verhindert werden», so der Kanton. Langfristige Lösungen ohne Gewalt seien das Ziel.

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Besteht ein erhöhtes Risiko für eine Gewalttat, soll diese über das Bedrohungsmanagement verhindert werden.»

Zitiert aus Medienmitteilung, Kanton Graubünden

Die Regierung hat den entsprechenden Projektaufbau genehmigt und den Auftrag für die Ausarbeitung der gesetzlichen Grundlage gegeben. Die Fachstelle soll bei der Kantonspolizei Graubünden angesiedelt werden.

Kantonales Bedrohungsmanagement
Das KBM besteht aus einem interdisziplinären Kernteam mit Fachpersonen der Polizei, der forensischen Psychologie und der Sozialarbeit. Alle wesentlichen Institutionen werden in den jeweiligen Krisen- und Fallteams abhängig von der Thematik vertreten sein. Vorhandenes Wissen und neue Erfahrungswerte sollen kontinuierlich durch regelmässige Schulungen von Mitarbeitenden einfliessen.

Schweiz führend in diesem Bereich

Die Schweiz gelte im Bereich Bedrohungsmanagement als führend in Europa, heisst es weiter. Die meisten Kantone verfügen bereits über ein solches Tool. Im Kanton Graubünden ist das Management zurzeit noch dezentral geregelt. Die einzelnen Bereiche organisieren sich diesbezüglich selbstständig, arbeiten in den bekannten Fällen aber bereits heute zusammen, so der Kanton. (red)

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